Everest-besteigung trotz krebs: shaunna burke bezwingt gipfel und krankheit
Mit eisernem Willen und unbändigem Mut hat Shaunna Burke, eine kanadische Sportlerin und Krebspatientin, den Gipfel des Mount Everest erreicht – ein Triumph, der weit über die sportliche Leistung hinausgeht. Burke, die bereits 2005 den höchsten Berg der Welt bezwungen hatte, bewies erneut, dass selbst eine aggressive Krebsdiagnose den unstillbaren Durst nach Abenteuer und das Streben nach persönlichen Zielen nicht brechen kann.

Die rückkehr zur herausforderung: mehr als nur ein gipfel
Für Shaunna Burke war diese Expedition mehr als nur eine weitere Besteigung des Everest. Es war eine Demonstration der eigenen Stärke, ein Beweis dafür, dass man sich der Dunkelheit stellen und sie überwinden kann. „Wenn du dich der Sterblichkeit stellst, lähmt sie dich – das gilt für Krebs genauso wie dafür, ihn nicht zu haben“, erklärte sie in einem Interview, das ihre Philosophie des Lebens und der sportlichen Herausforderung verdeutlicht.
Die 56-Jährige, die als Professorin für Krebsforschung an der University of Leeds tätig ist und deren Expertise sich auf die Vorbereitung von Krebspatienten auf Therapien und die Bedeutung von Bewegung und Ernährung konzentriert, hat jahrelang die mentale Stärke von Bergsteigern erforscht. Ihre Doktorarbeit an der University of Ottawa analysierte die psychologischen Strategien von Elitibergsteigern am Mount Everest. Diese Forschung, kombiniert mit ihrer eigenen Erfahrung, hat sie zu einer außergewöhnlichen Athletin und einer inspirierenden Stimme für Menschen mit Krebs gemacht.
Ein Kampf gegen die Krankheit, ein Triumph über die Elemente Burke wurde im März 2024 kurz vor der geplanten Teilnahme am Everest-Marathon mit einer Krebsdiagnose konfrontiert. Nach einer Chemotherapie und der Entdeckung von Metastasen im Leberbereich wurde die Diagnose auf Krebs im Stadium 4 geändert. Doch sie gab nicht auf. Die körperliche Betätigung blieb ein fester Bestandteil ihrer Therapie, ein Beweis für ihre Überzeugung, dass Bewegung die Wirksamkeit der Chemotherapie unterstützen kann. „Wenn du trainierst und deine Herzfrequenz erhöhst, hilfst du der Chemotherapie, deinen Körper zu durchdringen und dorthin zu gelangen, wo sie benötigt wird“, so Burke.
Im Jahr 2025 kehrte sie nach Nepal zurück, um den verschobenen Everest-Marathon zu absolvieren, den sie in beeindruckenden 7 Stunden und 41 Minuten finishte. Und nun, erneut, die Besteigung des Everest – ein Projekt, das sie „Dying to Climb“ nennt und das die Verbindung zwischen dem Kampf gegen die Krankheit und der Herausforderung der Natur feiert. „Es ehrt den Berg – sowohl den äußeren als auch den inneren. Es offenbart uns etwas über die menschliche Natur: unsere Fähigkeit, zu klettern, selbst wenn der Weg steil ist, die Luft knapp wird und der Gipfel nicht mehr so wichtig ist wie der Schritt, den wir gerade machen“, erklärte sie.
Begleitet von einem Filmteam, das ihre Geschichte dokumentiert, sammelt Burke zudem Spenden für Macmillan Cancer Support. Die medizinischen Untersuchungen während ihres Aufenthalts in der extremen Höhe sollen zudem Aufschluss darüber geben, wie ihr Körper und ihre Krankheit auf die besonderen Bedingungen reagieren. Shaunna Burke klettert nicht nur Berge, sie erobert jeden Tag ihren eigenen Gipfel – ein leuchtendes Beispiel für Widerstandskraft und Hoffnung.
