Evenepoel und lipowitz polieren am teide die klinge für katalonien

Sieben Siege hat Remco Evenepoel schon, aber die Frage nagt: reicht das für die großen Berge? Auf Teneriffa brennt er und Florian Lipowitz mit dem Rot-Blauen Trainingslager die letzte Kalorie in die Beine, bevor die Katalonien-Rundfahrt zeigt, wer im Frühjahr wirklich liefert.

Die bilanz nach mallorca und dubai

Die Challenge Mallorca war ein Feuerwerk: Evenepoel riss sich das Gelb, das Blau, das Grün. Dann flog er nach Valencia, knallte erneut. Doch in den VAE kam der Kater: 10. Gesamt, 45 Sekunden Rückstand auf Adam Yates, auf Jebel Hafeet der erste Riss. „Ich habe gemerkt, dass die Langdistanz fehlt“, sagt er knapp. Der belgische Verband lobt die Explosivität, kritisiert die Dosis Ausdauer. Ein Paradoxon, das Red Bull auf 2.300 Metern Höhe lösen will.

Florian Lipowitz flog unter dem Radar. 15. an der Algarve, keine Bühne, kein Sieg. Für den 22-Jährigen ist das kein Beinbruch, sondern ein Kurs. „Ich baue lang auf, meine Saison beginnt im April“, sagt er. Auf Teide folgt er den Intervallen des Weltmeisters, schluckt die gleichen Watt, schläft im gleichen Hypoxiezelt. Die Chemie stimmt, auch wenn die Ergebnisse noch zittern.

Was genau auf dem vulkan geschmiedet wird

Was genau auf dem vulkan geschmiedet wird

Sven Vanthourenhout nennt es „Block-Periodisierung mit Hohenheim-Prinzip“. Drei Tage Volumen über 300 km, zwei Tage VO2max-Sprints bis zur Übelkeit. Dazwischen: 30 Minuten Core, 15 Minuten Mental-Coaching, ein Schluck Nitrat-Shot. „Alle Signale sind positiv“, sagt er, aber die Stimme klingt wie ein Mann, der weiß, dass Signale nichts wert sind ohne Berge.

Am Samstag geht’s nach Girona, am Montag startet die erste Etappe. Profile: 3.200 Höhenmeter, Finale auf 13 %. Perfekt, um Evenepoels Belastungstest zu wiederholen. Lipowitz bekommt die Karte „freie Rolle“, was in Red-Bull-Sprache heißt: wenn die Beine brennen, darf er angreifen.

Warum katalonien mehr ist als ein formtest

Für Evenepoel ist es die Generalprobe für Lüttich-Bastogne-Lüttich. Für Lipowitz die Visitenkarte, dass er nicht nur Trainingspferd ist. Und für Red Bull der erste Beweis, dass das Duo nicht nur auf dem Papier funktioniert. Die Konkurrenz? Jonas Vingegaard schleicht sich ebenfalls über die Pässe, Tadej Pogacar fehlt, aber Primož Roglic nicht. Die Wahrheit steht auf 21 km Steigung verteilt.

Die Zahl, die bleibt: Evenepoel fuhr sieben Siege in 42 Tagen, aber keinen WorldTour-Berg. Katalonien liefert acht. Entweder klappt die Balance – oder das Märchen vom Frühjahrs-Grand-Slam bekommt einen Riss, der bis Flandern hallt.