Evenepoel knallt 500 meter vor dem ziel – godon räumt ab
Remco Evenepoel lag auf der Zielgerade, 500 Meter trennten ihn vom Coup des Jahres. Dann riss der Asphalt den Traum – und Dorian Godon riss sich den Sieg.

Sturz innerhalb der 3-km-zone rettet evenepoel
Der Belgier hatte Jonas Vingegaard kurz vor Vila-seca mit einer Attacke aus dem Peloton gerissen. 29 Kilometer lang dominierten die beiden Superstars, zehn Sekunden Vorsprung, keine Sekunde Ruhe. Doch im letzten Kreisverkehr touchierte Evenepoels Vorderrad eine Schneise aus Kies, das Rad weg, die Haut weg, die Führung weg.
Vingegaard bremste fair ab, wartete auf das Feld – ein Bild, das selten geworden ist. „Ich wollte mir keinen Vorteil erschummeln“, sagte der Däne. Die Großen spielen noch nach den alten Regeln.
Hinten jagte Godon mit dem Gepäck von gestern: Platz drei auf Etappe eins, Frust im Gepäck. Der Französische Meister schaltete im Sprint Ethan Vernon und Noah Hobbs aus, Ineos holt den zweiten Tagessieg nach 159,5 km. „Gestern war ich sauer auf mich – heute war ich schneller“, sagte Godon. Kein Pathos, nur Zahlen: 29 Jahre, zweiter Katalonien-Sieg, 10 Sekunden Gesamtvorsprung.
Michel Heßmann wurde Neunter, bester Deutscher. Evenepoel rutschte auf Platz 106, doch der Zeitgleichwertung nach 3-km-Regel hält er Elf Sekunden Rückstand – ein Trost aus dem Krankenwagen.
Donnerstag geht’s nach Vallter 2000: 173 Kilometer, 4 041 Höhenmeter, Pyrenäen-Finale. Wer da noch Beine hat, darf träumen. Evenepoel muss heilen. Godon darf jubeln. Und Vingegaard? Der wartet noch auf den richtigen Tag.
