Evans verlässt tampa – licht spricht von trauer statt verrat

Die Luft im One Buc Place ist dick, seit Mike Evans seine Koffer Richtung West Coast gepackt hat. Jason Licht saß gestern zum ersten Mal vor den Mikrofonen, und seine Stimme zitterte – nicht vor Wut, sondern vor Kummer. „Ich fühle mich nicht verraten. Ich bin in Trauer.“ Ein Satz, der sofort durch alle NFL-Locker Rooms flitzt und die GM-Runde in Dallas dieses Jahr auf eine emotionale Schippe nimmt.

Der erste pick wurde zum letzten abschied

2014 tippte Licht auf einen ranglangen Receiver aus Texas A&M. Keiner ahnte, dass dieser Junge mit der verschmitzten Grinsen 12 Jahre später die Statistikbücher des Franchises in Schutt und Asche legen würde. 662 Punkte, 1,006 Receptions, 89 Touchdowns – und eine Super-Bowl-Ring-Fotografie, auf der Evans neben Brady steht wie ein Adoptivsohn. Die Zahl, die Licht nicht ausspricht: 13.000 Yards – kein Buccaneer war je so produktiv. Doch genau diese Leuchtturm-Daten machen den Abschied so unverdaulich.

Entscheidend: Tampa Bay legte ein höheres Gebot auf den Tisch als San Francisco. Licht bestätigt es mit einem trockenen „Wir konnten nicht mehr tun“, während er die Handflächen auf die Holztischplatte drückt, als wollte er sie versenken. Evans wollte keine Bonusmillionen, er wollte neues Gras unter den Füßen, neues Playbook, neues Kopfkino. Die 49ers bieten ihm ein letztes Playoff-Fenster, Tampa nur ewige Dankbarkeit.

Kein streit, nur ein kapitelende

Kein streit, nur ein kapitelende

Die Gespräche verliefen, wie Licht sagt, „persönlich, tief, manchmal mit Tränen“. Kein Agentspektakel, kein Twitter-Beef. Nur zwei Männer in einem Büro mit Blick auf die Raymond-James-Stadien-Tribüne, die Evans jahrelang zum Leuchten brachte. Licht schickte keine Gegen-Offerte per SMS, er schickte Erinnerungen: an den 93-Yard-Tag gegen die Rams, an die Hail-Mary-Fang-Show gegen die Panthers, an die Kabinen-Partys nach dem Super-Bowl-Sieg, als Evans noch ohne Bart wirkte.

Verletzungsdaten? Kein Thema. San Francisco medizinierte den 32-Jährigen durch, bevor der Vertrag unterschrieben war. Licht lacht bitter: „Er ist fitter als unsere jungen Cornerbacks“. Die Ironie: Die Buccaneers suchen nun nach einem neuen Zielmann, während der alte gerade den Silicon-Valley-Takt erhöht.

Und so bleibt Tampa mit einem Loch, das größer ist als die Cap-Space-Lücke. Die Fans haben ihre Trikots schon aus der Rotation genommen, der Pro-Shop senkt die Preise für Nr. 13-Ware um 70 %. Licht aber behält sein Exemplar. „Ich werde es meinen Söhnen geben. Er war unser Anfang und wird nie wirklich enden.“ Die Saison 2025 startet ohne ihn – aber mit einem GM, der jetzt schon weiß, dass er nie wieder einen Draft-Pick so lieben wird.