Europameisterinnen! sabine loderer über ihre "dfb-familie"

Ein Jubelruf hallt durch den deutschen Fußball: Die U17-Juniorinnen des DFB sind Europameisterinnen! Doch hinter dem strahlenden Erfolg verbirgt sich eine Geschichte von Zusammenhalt, Vertrauen und einer außergewöhnlichen Trainerin. Sabine Loderer, das Mastermind hinter dieser Generation, spricht im Podcast "Flutlicht an!" über ihre Arbeit und die besondere Bindung zu ihren Spielerinnen.

Mehr als nur fußball: eine prägende phase

Sabine Loderer, seit kurzem mit dem Europameistertitel gekrönt, beschreibt ihre Aufgabe bei der Entwicklung junger Spielerinnen als weit mehr als nur das Vermitteln von fußballerischen Fähigkeiten. Sie begleitet die Mädchen in einer entscheidenden Lebensphase, von der U16 bis zur U17, um eine tiefe Vertrauensbasis aufzubauen. "Es geht darum, ihnen Halt zu geben und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen“, erklärt Loderer, deren Begeisterung für ihre Arbeit aus jeder Silbe spricht.

Die Siege in der EM waren beeindruckend: Zwei klare Erfolge, eine knappe Niederlage im Gruppenspiel gegen die Gastgeberinnen Spanien, ein nervenaufreibendes Elfmeterschießen gegen die Spanier im Halbfinale und schließlich ein 1:0-Sieg im Finale gegen Frankreich. Loderer selbst charakterisiert ihre Mannschaft mit den Worten: „Die Mädels zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Widerstandskraft aus.“

Eine familie auf dem platz – und darüber hinaus

Eine familie auf dem platz – und darüber hinaus

Was diese Mannschaft so besonders macht, ist der enge Zusammenhalt. Anstatt den Begriff „Klassenfahrt“ für die gemeinsamen Turnierreisen zu verwenden, beschreiben die Spielerinnen sich selbst als „Familie“. Diese Verbundenheit, so Loderer, ist ein wesentlicher Faktor für ihren Erfolg. „Dieser Zusammenhalt ist nicht zu unterschätzen – er gibt ihnen Kraft und Stabilität.“

Die Spielerinnen kommen zwar mit einem soliden fußballerischen Fundament aus ihren Vereinen zu den Lehrgängen, doch Loderer betont die Bedeutung des Austauschs mit den Clubs. „Es geht darum, gemeinsam den besten Weg für die individuelle Talententfaltung und Entwicklung der Spielerinnen zu finden.“

Eine pionierin im frauenfußball

Eine pionierin im frauenfußball

Loderers eigene Karriere als Spielerin begann früh. Nach ihrer Jugendzeit beim FC Bayern kickte sie sechs Jahre lang und erinnert sich an eine Zeit um die Jahrtausendwende, als der Frauenfußball begann, „ernst zu machen“. Sie spielte sogar mit Nadine Angerer, einer der prägendsten Figuren des deutschen Frauenfußballs. Die Erinnerungen an die Meistermannschaft des FC Bayern, die 1999/2000 in die 1. Liga aufstieg, sind ihr ebenso lebendig wie die aktuellen Erfolge ihrer Schützlinge.

Vorbildfunktion und verantwortung

Vorbildfunktion und verantwortung

Loderer achtet nicht nur auf inklusive Formulierungen und ein offenes Arbeitsumfeld – symbolisiert durch das Schild „Trainerbüro“ an ihrer Tür – sondern setzt sich aktiv für die Förderung von Frauen im Fußball ein. Sie spricht mit großer Hochachtung von Marie-Louise Eta, Britta Carlson und Friederike Kromp, die alle bereits bedeutende Erfolge erzielt haben. „Die Unterstützung innerhalb der Frauen ist immens – es ist unsere gemeinsame Verantwortung, Stärke zurückzugeben.“

Der Europameistertitel der U17-Juniorinnen ist nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern auch ein Zeichen für die wachsende Professionalität und die steigende Wertschätzung des Frauenfußballs in Deutschland. Und Sabine Loderer beweist, dass erfolgreicher Fußball mehr ist als nur Taktik und Training – es ist eine Frage des Herzens und der Familie.