Euroliga-playoffs: wird real madrid vor ausverkauften heimspielen zurückgepfiffen?

Madrid steht vor einem Dilemma: Nur noch eine Woche trennt die Königlichen vom Beginn der Playoff-Serie gegen Hapoel Tel Aviv, doch die Frage nach dem Publikum im Movistar Arena hängt wie ein Damoklesschwert über dem Verein. Nach einer beeindruckenden Hauptrunde, in der Real Madrid den dritten Platz erreichte und eine historische Bilanz von 18:1 zu Hause aufwies, droht nun die bittere Realität von Spielen hinter verschlossenen Türen.

Unsicherheit über die kulisse der entscheidenden duelle

Unsicherheit über die kulisse der entscheidenden duelle

Während die Proteste gegen Israel in den letzten Tagen nachgelassen haben, könnte die Delegation der Regierung in Madrid das Duell gegen Hapoel als Hochrisikospiel einstufen und eine Absage für das Publikum empfehlen. Ein ähnliches Szenario spielte sich bereits im März ab, als ein weiteres Spiel gegen ein israelisches Team ohne Zuschauer stattfand, ausgelöst durch Proteste pro-palästinensischer Gruppen. Real Madrid könnte dem Beispiel von Valencia Basket folgen, die in ihrem Roig Arena einige wenige treue Anhänger begrüßen durften, doch die Arena Goya würde bei einer teilweisen Öffnung vermutlich nicht vollständig gefüllt werden.

Trainer Sergio Scariolo sprach sich nach der Niederlage gegen La Laguna Tenerife vorsichtig zu Wort. „Das Team hat sich auf dem Platz das Recht verdient, mit der Unterstützung der Fans zu spielen. Das hat sich die Anhängerschaft auch verdient. Es ist keine Entscheidung, die ich treffen kann; es wäre absurd, eine Präferenz zu äußern. Team und Fans haben ihre Arbeit getan. Nun liegt es an denen, die diese Entscheidung treffen, sie abzuwägen, und ich hoffe, sie treffen die beste Entscheidung“, so der Coach.

Die Fans selbst äußerten ihren Unmut in einer Erklärung, in der sie forderten, dass der Verein alles daran setzen sollte, die Spiele mit Publikum zu ermöglichen. „Es kann nicht sein, dass wir, die treuen Anhänger, bei den wichtigsten Spielen des Jahres nicht unsere Mannschaft unterstützen können. Der Verein muss seine Interessen und die seiner Fans wahren und darauf drängen, dass die Türen geöffnet bleiben“, hieß es darin. Ein besonders bitterer Punkt: Während Hapoel seine Heimspiele in Sofia, Bulgarien, vor einer Zuschauerkulisse austrägt, könnte es in Madrid zu einem Geisterspiel kommen.

Die letztendliche Entscheidung liegt jedoch beim Real Madrid selbst. Zwar ist eine Sperre durch die Regierung nicht bindend, doch würde der Verein sich für Spiele mit Publikum entscheiden, würde er die volle Verantwortung für die Sicherheit im Movistar Arena tragen. Zusätzliche private Sicherheitskräfte wären notwendig, was eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen würde – eine Investition, die angesichts der Bedeutung der Playoff-Spiele jedoch kaum zu vermeiden wäre. Das kollektive Unbehagen über eine Entscheidung gegen die Fans ist spürbar, und die Frage, warum israelische Teams in anderen europäischen Ländern mit Publikum spielen dürfen, während dies in Spanien nicht möglich scheint, bleibt unbeantwortet. Ob die Königlichen auf die Unterstützung ihrer Fans zählen können oder ob die Spannung auf dem Spielfeld durch eine gespenstische Stille verstärkt wird, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.

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