Euroleague-wirbel: valencia schlägt alarm, panathinaikos stolpert – italiens platzierungen verschieben sich
Valencia ist kein Geheimtipp mehr, Panathinaikos zittert um die Top-Vier – und die italienischen Klubs kriegen kalte Füße. Nach dem 30. Spieltag wirft die EuroLeague die nächste Kurve, während Kriegsfolgen den Spielplan zerreißen.
Valencia fegt durch die tabelle
Die Spanier haben ihre Hausaufgaben gemacht: fünf Siege in Serie, darin ein 93:83 gegen den FC Bayern, und schon liegen sie auf Platz drei. Coach Alex Mumbrú lässt seine Defense wie eine Schere arbeiten, nur 73 Punkte kassiert Valencia im Schnitt – das ist Topwert. Der Club aus der Turia-Stadt spielt mit dem Selbstbewusstsein eines Titelanwärters, nicht mit der Unsicherheit eines Außenseiters.
Doch dahinter wird es richtig ungemütlich. Panathinaikos rutschte nach der 71:78-Pleite in Belgrad auf Rang sieben ab, die Verteidigung wirkt plötzlich alt. Georgios Vovoras schreit sich die Lunge aus dem Leib, aber die Dreier fallen nicht mehr – 29 % in den letzten vier Partien. Das ist kein Tiefschlag, das ist ein Warnschuss.

Italiens balance kippt
Mailand bleibt stabil auf Platz acht, doch der Vorsprung schmilzt. Nach dem 76:81 in Kaunas fehlt nun Selbstsicherheit, nicht nur Drehzahl. Olimpia muss bis zum 31. Spieltag zwei Auswärtssiege holen, will sie die Playoffs vorzeitig sichern. Virtus Bologna hingegen hat den Anschluss verloren: fünf Niederlagen aus den letzten sieben Spielen, Rang zwölf, und die Defense leckt wie ein altes Segel. Sergio Scariolo schmeißt mit Rotationen, aber ohne Effekt – seine Mannschaft wirkt müde, nicht taktisch.
Paris erobert hingegen Luft. Die Metropolitans gewannen dreimal hintereinander, darunter ein 88:85 gegen Barça. TJ Shorts lenkt das Tempo wie ein Dirigent, 17,4 Punkte plus 6,3 Assists in diesem Streifen. Die Franzosen schielen plötzlich auf Platz fünf – ein Sprung, den vor vier Wochen noch niemand auf dem Zettel hatte.
Kriegseffekte verändern den playoff-kampf
Hapoel Tel Aviv, Maccabi Tel Aviv und Dubai müssen ihre Heimspiele in Athen, Larnaka oder Nikosia austragen. Das zerreißt Reisepläne, verändert Schlafzyklen, kostet Punkte. Die Liga reagiert mit Extra-Pausen, doch das hilft nur bedingt. Die Auswärtsbelastung steigt, die Heimvorteile verschwinden – und das mitten im Endspurt.
Fenerbahçe bleibt souverän an der Spitze. Mit 24 Siegen und einer Punktebilanz von +289 diktiert Saras Jasikevicius das Tempo. Doch selbst die Istanbuler wachen auf: Valencia schnuppert nur zwei Siege dahinter. Die Meisterschaft ist noch nicht entschieden, aber der Druck wird heißer als ein türkischer Sommer.
Der 31. Spieltag fällt am 14. März. Dann trifft Panathinaikos auf Alba Berlin – eine Partie, die über Erster und Achter entscheiden kann. Wer verliert, rutscht in die Ungewissheit. Wer gewinnt, darf für 48 Stunden durchatmen. In der EuroLeague zählt jeder Korb doppelt – und jeder Flug verschluckt zusätzliche Energie. Die Tabelle lügt nie, aber sie versteckt sich gerne hinter Außenseiterträumen und Kriegsrealitäten.
