Euroleague sagt spiele ab: krieg lähmt den basketball
Der Krieg im Nahen Osten trifft den europäischen Basketball mit voller Wucht. Die EuroLeague hat für den kommenden Spieltag gleich mehrere Partien abgesagt – darunter das brisante Duell zwischen Maccabi Tel Aviv und Hapoel Tel Aviv sowie das Gastspiel von Dubai bei Partizan Belgrad. Der Grund ist so simpel wie beunruhigend: Der Luftraum über der Region wird immer wieder gesperrt, Reisen sind schlicht nicht möglich.
Gesperrter luftraum, festsitzende spieler
Was auf dem Papier nach einer logistischen Unannehmlichkeit klingt, ist in Wirklichkeit ein Chaos. Mehrere Spieler sitzen derzeit noch in Dubai fest – sie wollten dort eigentlich Urlaub machen, doch die Eskalation der Lage hat diese Pläne zunichtegemacht. Betroffen ist auch Sarunas Jasikevicius, Cheftrainer von Fenerbahce, der ebenfalls nicht ausreisen kann. Ein Trainer ohne Mannschaft, Spieler ohne Flug, Fans ohne Spiel.
Schon vor den Donnerstagsspielen war klar, dass das für Dienstag angesetzte Duell zwischen Hapoel Tel Aviv und Paris Basketball nicht stattfinden kann. Die EuroLeague begründet alle Absagen offiziell mit der aktuellen Sicherheitslage in Israel und dem gesamten Nahen Osten. Neue Spieltermine stehen noch nicht fest – die Liga hat angekündigt, in den kommenden Tagen zu informieren.

Dezember als kurzes aufatmen – jetzt wieder stillstand
Erst im Dezember hatte die EuroLeague als erste internationale Liga überhaupt grünes Licht gegeben: Klubs aus Israel durften wieder Heimspiele mit Zuschauern austragen. Ein Signal der Normalität, das damals viel Aufmerksamkeit bekam. Jetzt, wenige Monate später, ist dieser Schritt wieder hinfällig.
Die Teams, die in dieser Saison tatsächlich nach Israel reisen mussten, lassen sich an einer Hand abzählen: FC Bayern München, Valencia Basket und Zalgiris Kaunas waren die einzigen Klubs, die Auswärtsspiele gegen die beiden Tel-Aviv-Teams auf israelischem Boden bestritten. Für alle anderen blieb die Reise bisher aus – und nach der aktuellen Entwicklung dürfte das noch eine Weile so bleiben.
Ob und wie der Spielbetrieb in den nächsten Wochen aufrechterhalten werden kann, ist völlig offen. Die EuroLeague steht vor einer Situation, für die es kein Drehbuch gibt – und die Uhr tickt.
