Euroleague: expansion auf 24 teams – was bedeutet das für den deutschen basketball?

Barcelona – Ein Erdbeben rollt auf die europäische Basketballszene zu: Die EuroLeague plant eine deutliche Ausweitung des Teilnehmerfeldes auf 24 Teams. Nach Informationen des SID steht die Entscheidung über die Aufstockung der Liga in der übernächsten Saison (2027/28) kurz bevor. Ein Meilenstein für den europäischen Klubbasketball, der aber auch Fragen aufwirft – insbesondere für den deutschen Vertreter Bayern München.

Ein sprung nach vorn oder ein riskantes unterfangen?

Ein sprung nach vorn oder ein riskantes unterfangen?

Die Pläne, die im Rahmen eines Vorstandstreffens in Barcelona vorgestellt wurden, sehen eine Rückkehr zum ursprünglichen Modell des Gründungsjahres 2000/01 vor, als die EuroLeague ebenfalls mit 24 Teams gestartet war. Das Ziel ist klar: Wachstum und eine breitere Basis. Doch der Weg dorthin ist mit Hürden verbunden. Die Klubs haben die Pläne zwar grundsätzlich bekräftigt, betonen aber die Notwendigkeit, das bewährte Prinzip „jeder gegen jeden“ beizubehalten und gleichzeitig eine bessere Integration in den europäischen Spielkalender zu gewährleisten. Eine Aufgabe, die sich als knifflig erweisen dürfte.

Besiktas Istanbul wird in der kommenden Saison die AS Monaco ersetzen, die sich künftig dem EuroCup widmen wird. Bayern München bleibt als einziger deutscher Teilnehmer in der EuroLeague erhalten – ein Beweis für die steigende Attraktivität des deutschen Basketballs, auch wenn die Konkurrenz zunimmt. Die bisherige Entwicklung der Liga, von 32 Teams im Jahr 2001/02 über 16 im Jahr 2016/17 bis hin zu den aktuell 20 Teilnehmern, zeigt, dass die EuroLeague stets auf der Suche nach der optimalen Balance zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit ist.

Ein neues Format: Der SuperCup

Neu in der kommenden Saison ist der SuperCup, der am 18. und 19. September 2026 ausgetragen wird. Details zu den Teilnehmern und dem genauen Format stehen jedoch noch aus. Die Einführung eines solchen Wettbewerbs unterstreicht den Anspruch der EuroLeague, zusätzliche Spannung und Attraktivität zu generieren.

Parallel zur EuroLeague-Expansion steht die Einführung der NBA Europe im Raum, ein Projekt, das gemeinsam mit der FIBA verfolgt wird. Ob die EuroLeague hierbei eine Rolle spielen wird, ist derzeit unklar, obwohl Gespräche geführt werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklung auf die europäische Basketballlandschaft insgesamt auswirken wird.

Die Entscheidung für eine Ausweitung auf 24 Teams ist ein kühner Schritt. Ob sie sich als Erfolg erweist, wird davon abhängen, ob es gelingt, die Balance zwischen Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und einer sinnvollen Spielstruktur zu finden. Für Bayern München bedeutet dies, sich auf eine noch stärkere Konkurrenz einzustellen und weiterhin an der internationalen Spitze mitzuhalten. Die Faszination des europäischen Basketballs wird sich damit aber zweifellos weiter steigern.