Espanyol tanzt am abgrund: kann die mannschaft die logik brechen?

Barcelona – Der Espanyol Barcelona befindet sich in einer beispiellosen Krise. Nach einer vielversprechenden Hinrunde, in der die Europa-League-Qualifikation durchaus im Bereich des Möglichen lag, hat die Mannschaft von Trainer Manolo González im neuen Jahr jeglichen Wind verloren. Sechs Spieltage vor Saisonende droht dem Verein ernsthaft der Abstieg in die zweite Liga – ein Szenario, das die Wettanbieter zunehmend ernst nehmen.

Eine achterbahnfahrt der emotionen

Die Dernierbie-Niederlage gegen den FC Barcelona zum Jahresabschluss markierte den Beginn eines dramatischen Absturzes. In den folgenden 13 Spielen konnte der Espanyol lediglich vier Punkte einfahren und ist damit mit Abstand die schwächste Mannschaft der Liga in diesem Zeitraum. Die Leistung ist erschreckend, und die Fans sind frustriert. Die Mannschaft scheint den Faden verloren zu haben, der sie in der ersten Saisonhälfte so erfolgreich machte.

Gestern Abend verpasste der Espanyol erneut die Chance, die Negativspirale zu durchbrechen. Im Duell gegen Rayo Vallecano vergebens kämpfte sich die Mannschaft durch das Spiel, nur um in der 87. Minute durch ein Tor von Sergio Camello den entscheidenden Nackenschlag zu erhalten. Der Pass von Ilias Akhomach war dabei präzise. Rayo Vallecano kann diesen Sieg nutzen, um sich eine bessere Position im Kampf um den Klassenerhalt zu sichern.

Historische parallelen und düstere vorzeichen

Historische parallelen und düstere vorzeichen

Die aktuelle Misere des Espanyol ist keineswegs einzigartig. In der jüngeren Fußballgeschichte gab es bereits vier weitere Mannschaften, die in der Rückrunde der Saison ähnlich katastrophale Leistungen erbracht haben: Racing Santander (11/12), Córdoba (14/15), Eibar (20/21) und Valladolid (24/25). Das Unglückliche dabei: Alle diese Teams stiegen am Ende der Saison ab. Selbst Eibar, das zumindest in den letzten Spieltagen noch zwei Siege einfahren konnte, war dem Abgrund nicht mehr zu entkommen. Die Geschichte scheint sich zu wiederholen – und das sind keine guten Nachrichten für die Anhänger des Espanyol.

Die Wettquoten spiegeln die düstere Lage wider. Während Oviedo, Levante und Alavés als die wahrscheinlichsten Absteiger gelten, liegt die Quote für den Espanyol bei satten 41. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Wettanbieter den Glauben an eine Wende verloren haben. Sollte der Espanyol auch am kommenden Spieltag gegen Levante nicht gewinnen, könnten sich die Quoten noch weiter in Richtung Abstieg verschieben und die Lage weiter eskalieren.

Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt lediglich fünf Punkte. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob der Espanyol die Kraft aufbringen kann, die Logik zu brechen und einen weiteren Abstieg zu verhindern. Die Fans dürfen sich nichts vormachen: Die Zeit läuft ab, und die Aufgabe ist enorm.