Erster doppelsieg der öberg-schwestern – schweden feiert historisches in kontiolahti

Kontiolahti – und plötzlich stehen zwei Schwedinnen ganz oben, die sich seit Jahren anvisieren, sich duellieren, sich lieben. Elvira Öberg trifft 20-mal, Hanna 19-mal, und für einen Nachmittag ist das Biathlon-Weltcup-Gelände in Finnland ihr Wohnzimmer.

Der Sieg im Einzelrennen über 15 km war Elviras dritter dieser Saison, aber der erste, bei dem sie keine einzige Strafminute kassierte. „Vier Nuller – das habe ich selbst nicht auf dem Schirm“, sagte sie im schwedischen SVT, während ihre Schwester neben ihr grinste und anfügte: „Sie hat heute einfach sauberer geschossen. Punkt.“

Ein olympiatrauma wird zur nebensache

In Peking hatte das Duo die erhofften Medaillen verpasst, doch das 41,3-Sekunden-Polster, das Elvira nun vor Hanna hatte, macht die Vierschanzen-Enttäuschung klein. Paulína Bátovská Fialková aus Tschechien wurde Dritte, aber die Kameras suchten nur die Schwestern, die sich umarmten wie nach einem Juniorentitel, nicht nach einem Weltcup-Zahltag.

Die deutsche Enttäuschung blieb trotzdem spürbar. Marlene Fichtner lief auf Rang fünf, Janina Hettich-Walz schoss sich mit zwei letzten Schüssen aus den Top-Ten. Die Konkurrenz aus dem eigenen Land schob sich hinterher: Grotian, Voigt, Tannheimer – alle zwischen Platz 20 und 28, Lichtjahre entfernt von den Schwedinnen, die plötzlich wieder die Maßstäbe setzen.

Die nächste runde beginnt schon am freitag

Die nächste runde beginnt schon am freitag

Um 17.10 Uhr geht es für die Männer über 20 km weiter. Lucas Fratzscher, Philipp Horn und Co. müssen ohne Justus Strelow auskommen – verletzt, wie so viele in dieser Saison, die nie so richtig Planbarkeit erlaubt. Am Samstag folgt der Massenstart der Frauen, und Hanna Öberg hat bereits angekündigt, dass sie den Heimflug gern noch einmal verschiebt. „Wenn die Schwester gewinnt, will man nachlegen“, sagt sie und lacht. Kontiolahti ist eben ein bisschen wie nach Hause kommen – nur dass diesmal das ganze Land mitfeiert.