Enrique überschüttet bayern mit lob – steckt mehr dahinter?

Paris – Luis Enrique, der Coach von Paris Saint-Germain, hat vor dem Champions-League-Halbfinalhinspiel gegen den FC Bayern München eine Lobeshymne auf die Münchner verfasst, die im Fußballgeschäft seltenen Anblicks ist. Die Sport1-User sind skeptisch: Ist das reine Höflichkeit oder eine raffinierte Taktik, um den Gegner in die Irre zu führen?

Die ungewöhnliche bewunderung des psg-trainers

Die ungewöhnliche bewunderung des psg-trainers

Die freundlichen Worte an den Gegner sind an sich ja nichts Ungewöhnliches, doch die Vehemenz, mit der Enrique die Bayern pries, ließ selbst gestandene Fußballexperten hochziehen. Er sprach von einer Mannschaft, die „immer angreift, unglaublich viele Tore schießt und einfach Spaß macht, ihnen zuzusehen.“ Besonders der Ausruf „Ich mag alle Bayern-Spieler, nicht nur Michael Olise, alle!“ wirkte auf viele Beobachter wie eine gezielte Provokation oder zumindest eine ungewöhnliche Strategie.

Die Mehrheit der Sport1-User glaubt jedenfalls nicht, dass Enrique ehrlich seine Bewunderung ausdrückt. Eine aktuelle Umfrage unter Sport1-Nutzern ergab, dass über 82 Prozent der Teilnehmer vermuten, dass der spanische Coach hinter dem Lob ein alternatives Motiv verbergen möchte. Bisher haben bereits über 3.000 Personen an der Abstimmung teilgenommen.

Die Frage, die nun im Raum steht: Will Enrique die Bayern in Sicherheit wiegen, ihre Selbstüberschätzung anheizen oder gar eine psychologische Kriegsführung betreiben? Es ist ein Spiel mit der Wahrnehmung, bei dem es darum geht, den Gegner zu verunsichern und ihm den vermeintlichen Vorteil zu nehmen.

Doch die Wahrheit liegt vermutlich in der Mitte. Enrique ist ein erfahrener Trainer, der weiß, wie man den Gegner analysiert und ausnutzt. Vielleicht will er mit dem Lob einfach nur eine Reaktion provozieren und die Bayern dazu bringen, sich zu übernehmen. Oder er glaubt wirklich an die Stärke seiner Mannschaft und will den eigenen Spielern ein Zeichen der Zuversicht geben.

Die Partie in Paris verspricht jedenfalls ein spannendes Duell zu werden, bei dem es nicht nur um taktische Finessen, sondern auch um die psychologische Stärke der beiden Teams gehen wird. Ob Enriques Lobeshymne den gewünschten Effekt erzielt, wird sich am Dienstag zeigen. Denn am Ende zählt nur eines: der Sieg.