Ende raus: preußen münster trennt sich nach 0:6-pleite in dresden

Der SC Preußen Münster zieht die Notbremse. Nach der 0:6-Schlappe beim direkten Konkurrenten Dynamo Dresden flog Trainer Alexander Ende mit sofortiger Wirkung aus dem Amt. Die sechste Trainerentlassung dieser Zweitligasaison steht für blankes Panikmanagement – und für die Erkenntnis, dass der SCP auf dem Rasen nicht mehr Herr seines Schicksals ist.

Kittners sprachregelung: „spielidee nicht mehr erkennbar“

Geschäftsführer Ole Kittner erklärte die Trennung mit der „nicht mehr vorhandenen Umsetzung einer klaren Spielidee“. Gemeint ist: Die Mannschaft, die Ende in der Hinrunde noch als mutiger Ballbesitzkern wirkte, ist seit Winterpause ein wackelnder Haufen. Neun Spiele, ein Sieg, 22 Gegentore. Die Statistik spricht lauter als alle Pressemitteilungen.

Ende kam im Sommer vom SC Verl, installierte ein 3-2-5-System mit kurzen Pässen und viel Positionswechsel. Bis Dezember funktionierte die Rechnung: Münster schloss die Hinrunde auf Platz zwölf ab, weit weg vom Abstiegsstrudel. Doch schon damals war die Defensive ein offenes Geheimnis: 29 Gegentore in 17 Partien. Die Zahlen lügen nie.

Der dresdner super-gau als letzter act

Der dresdner super-gau als letzter act

Samstagabend, 93. Minute, Dynamo-Stürmer Vakulich trifft zum 6:0. Preußen-Keeper Marco Immel ballt die Faust, schlägt dann träge gegen den Pfosten. Die Körpersprache des gesamten Teams: resigniert. Drei Tage später sitzt Ende beim klubinternen Krisengespräch, Assistenztrainer Zlatko Muhovic gleich mit. Die Entscheidung fiel schneller als erwartet – zu schnell für manche Beobachter, die ein Konzept ständiger Personalwechsel kritisch sehen.

Die Frage bleibt: Wer rettet den Klub jetzt? Interimsweise übernimmt Kieran Schulze-Marmeling, Chef der U-23, das Training bis Sonntag. Gegen Tabellenletzten Magdeburg droht dem SCP bei einer weiteren Niederlage der Sprung auf den Relegationsrang. Die Fans fordern auf sozialen Kanälen einen „Brandmeister“, einen erfahrenen Feuerwehrmann zweiter Liga. Namen wie Pavel Dochev oder Ex-St.-Pauli-Coach Timo Schultz kursieren.

Sechsmal trainerwechsel, keine trendwende

Sechsmal trainerwechsel, keine trendwende

Mit Ende steigt die Zahl der entlassenen Zweitliga-Trainer in dieser Spielzeit auf sechs. Bochum, Düsseldorf, Magdeburg, Fürth, Kiel – alle tauschten den Rang, alle schwanken weiter zwischen Hoffen und Bangen. Die These, dass ein neuer Coach sofort Punkte bringt, erwies sich bisher als Trugschluss. Für Münster heißt es nun: Erst retten, dann neu planen.

Die Tabelle lügt nicht: 27 Punkte, 32:44 Tore, 14. Platz. Das Torverhältnis ist das zweitschlechteste der Liga. Der Glaube, dass sich eine Mannschaft durch taktische Powerpoint-Präsentationen rettet, ist ein Mythos. Ohne kämpferische Rückendeckung und ohne mentale Stabilität wird auch der elfte Trainer nicht zaubern können.

Der Countdown läuft: Noch acht Spiele, maximal 24 Punkte zu holen. Für Preußen Münster ist die Saison längst zum Krimi mutiert – nur ohne garantiertes Happy End. Wer die Klasse halten will, muss jetzt Tore schießen und sich endlich wehren. Ende ist Geschichte, die drohende zweite Liga auch, wenn der SCP nicht bald wieder siegt.