Em-schock! gwinn-aus: was bedeutet das für das dfb-team?
Berlin – Ein Schlag ins Gesicht für die deutsche Frauenfußballnationalmannschaft: Leonie Gwinn fällt aufgrund eines schweren Knie-Traumas kurz vor dem EM-Finale gegen Spanien aus. Die Innenverteidigerin erlitt die Verletzung im Spiel gegen Frankreich und muss sich einer Operation unterziehen. Die Nachricht schockierte nicht nur das Team, sondern die gesamte Fußball-Nation.

Die situation ist ernst: gwinn fällt für das restliche turnier aus
Die Verletzung von Gwinn ist ein herber Rückschlag für Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Die 29-Jährige war eine der Leistungsträgerinnen in der Abwehrreihe und hatte maßgeblichen Anteil am bisherigen Turnierverlauf. Ihr Aus bedeutet eine große Unsicherheit für die anstehende Partie und wirft Fragen nach der taktischen Ausrichtung auf. Die medizinische Abteilung des DFB hält sich bedeckt, bestätigte aber eine schwere Verletzung des vorderen Kreuzbandes. Ein Foto von Gwinn, die sich an Krücken abstützt, sorgte in den sozialen Medien für Bestürzung.
Doch es gibt weitere Sorgenfalten: Neben Gwinn kämpfen auch andere Spielerinnen mit Verletzungen. Die Leistungsträgerin Klara Bühl zog sich im Viertelfinale eine Faserriss zu, während Jule Brand angeschlagen ist. Die Abwehr ist also personell angeschlagen, was die Aufgabe gegen den starken Gegner Spanien erheblich erschwert.
Die Reaktionen im Team sind entsprechend gedrückt. Mittelfeldspielerin Lena Oberdorf äußerte sich besorgt: „Es ist natürlich eine riesige Baustelle. Leonie ist eine wichtige Stütze für uns. Wir müssen jetzt zusammenhalten und zeigen, dass wir auch ohne sie gewinnen können.“
Die Erinnerungen an das letzte Spanien-Duell sind noch frisch. Beim WM-Viertelfinale 2019 kassierte das dfb-team eine deutliche 2:0-Niederlage. Diesmal soll es anders laufen, aber ohne Gwinn und mit weiteren angeschlagenen Spielerinnen wird es ein schwieriges Unterfangen.
Neben den sportlichen Aspekten wirft Gwinn's Aus auch Fragen nach der Belastung der Spielerinnen auf. Die EM-Saison geht in eine kurze Sommerpause über, bevor es direkt mit der Qualifikation für die WM weitergeht. Die hohe Belastung und die fehlende Regenerationszeit könnten ein wesentlicher Faktor für die Verletzungsanfälligkeit sein.
Die UEFA-Sperre für Hendrich nach dem Zopf-Rot im Spiel gegen Dänemark sorgt derweil für weitere Diskussionen. Die Innenverteidigerin wird für mindestens drei Spiele der nächsten Saison gesperrt, womöglich auch länger, je nach Entscheidung des Disziplinar-Komitees. Ein herber Verlust für den Verein, der nun ohne eine wichtige Spielerin auskommen muss.
Und wie steht es um die Moral des Teams? Nach dem knappen Gruppensieg und dem bitteren EM-Dämpfer gegen Frankreich müssen die Spielerinnen nun ihre Kräfte sammeln und sich auf das entscheidende Spiel konzentrieren. Die Worte des Trainers nach dem Spanien-Patzer, dass der Opa ihm gesagt habe, man müsse „trotz allem weiterspielen“, mögen zwar tröstlich sein, ändern aber nichts an der schwierigen Lage.
Die Aufgabe ist klar: Das dfb-team muss sich neu finden, die Verletzungen kompensieren und alles daran setzen, um den Titel zu holen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber das Aus von Leonie Gwinn war ein schwerer Schlag.
