Embolo-platzverweis: var-entscheidungen richten die wm aus!
Die Fußballwelt steht Kopf! Der Platzverweis von Breel Embolo gegen Argentinien sorgte für kolossale Verwirrung und offenbarte ein wachsendes Problem: Die neuen VAR-Regeln verändern das Gesicht der WM, und das nicht zum Besseren. Entscheidungen, die Spiele entscheiden, werden von einem System getroffen, das viele Fans und selbst erfahrene Trainer nicht nachvollziehen können.
Die „fehlidentität“-falle und ihre konsequenzen
Es handelte sich nicht um eine klassische Fehlentscheidung im Sinne einer falschen Gelb-Rot-Kombination. Vielmehr lag das Problem darin, dass der Schiedsrichter Joao Pinheiro zunächst eine Simulation Embolos vermutete und Paredes verwarndete. Dieser Umstand war der Schlüssel. Die FIFA-Regeln erlauben dem Video-Assistenten nun, einzugreifen, wenn ein Spieler fälschlicherweise mit einer Karte bedacht wurde. Das führte zur Überprüfung und letztlich zur Entscheidung, Embolo eine zweite Gelbe Karte zu zeigen – ein Wendepunkt, der das Spiel für die Schweiz entscheidend beeinflusste.
Trainer Murat Yakin sprach von einem „verheerenden Eingriff“ in das Spielgeschehen. Er verteidigte zwar seinen Schützling, betonte aber deutlich: „Diese Regel hat unser Spiel heute zerstört.“ Die Frustration ist nachvollziehbar, denn die Entscheidung wirkte sich unmittelbar auf den Spielverlauf aus und trug maßgeblich zum Ausscheiden der Schweiz bei.

Ein muster zeigt sich: argentinien profitiert, ägypten leidet
Es ist nicht das erste Mal, dass diese VAR-Regel in dieser WM für Aufsehen sorgt. Auch Argentinien profitierte bereits gegen Ägypten, als ein zweites Tor aufgrund einer vermeintlichen, äußerst fragwürdigen Foulspielszene von Lisandro Martínez im Vorfeld annulliert wurde. Die Entscheidung, die Reinheit des Spiels zu schützen, gerät in Verdacht, die Fairness zu untergraben.
Mostafa Zico, der Trainer Ägyptens, kochten die Wut und die Enttäuschung förmlich aus dem Gesicht. Die Beschwerde der Fußballföderation Ägyptens war ebenso deutlich: „Mehrere Schlüsselmomente warfen ernsthafte Zweifel an der Konsistenz und Fairness der Entscheidungen auf, die den Spielverlauf direkt beeinflussten.“

Auch deutschland und england betroffen: die neuen regeln im fokus
Die neuen, verschärften Regeln zeigten ihre Wirkung auch bei der überraschenden frühen Elimination Deutschlands gegen Paraguay. Der Treffer von Jonathan Tah, der Deutschland potenziell die Führung in der Verlängerung gebracht hätte, wurde nach VAR-Überprüfung wegen eines Fouls am paraguayischen Torwart annulliert. Der minimale Kontakt, den Tah mit dem Torwart hatte, führte zu heftiger Kritik. Pierluigi Collina, der Chef-Schiedsrichter der FIFA, betonte, dass Schiedsrichter angewiesen seien, Situationen zu ahnden, in denen Spieler versuchen, Gegner zu blockieren, ohne den Ball anzuspielen – insbesondere bei Torwartinterventionen.
England konnte hingegen von den neuen Regeln profitieren. Gegen Norwegen wurde ein Tor ungültig erklärt, nachdem der VAR eine unspielbare Aktion von Erling Haaland gegen einen englischen Spieler entdeckt hatte. Die neuen Regeln zur Einschränkung von Fouls bei Ecken, die eine Intervention des VAR erlauben, trugen dazu bei, das Ergebnis zugunsten Englands zu sichern.
Der chip im ball: eine neue dimension der kontrolle
Die Technologie des „verbundenen Fußballballs“ sorgte für zusätzliche Kontroverse. Der Ball, ausgestattet mit „fortschrittlichen Sensoren“, beraubte Kroatien eines Treffers gegen Portugal in der K.O.-Runde. Josko Gvardiol schien in der Nachspielzeit den Ausgleich zu markieren, doch der VAR entschied auf Abseits aufgrund eines minimalen Kontakts von Igor Mantanovic, den kein menschliches Auge wahrnehmen konnte. Die FIFA preist die Sensoren, die 500 Mal pro Sekunde Daten erfassen, als ein „beispielloses Niveau an Daten“ für Schiedsrichter, um „schnelle und präzise Entscheidungen“ zu treffen.
Der Trainer Kroatiens, Zlatko Dalić, der kurz darauf zurücktrat, äußerte sich wenig überzeugt: „All diese Entscheidungen nehmen der Freude am Fußball.“ Ein Zitat, das die wachsende Frustration in der Fußballwelt gegenüber den immer weitergehenden technologischen Eingriffen widerspiegelt. Die Reduzierung des Sports auf eine reine Datensammlung birgt die Gefahr, die Menschlichkeit und Emotionalität, die ihn ausmachen, zu verlieren.
