Embacher rast in vikersund: erster weltcup-sieg mit 232 metern flug
Stephan Embacher hat die Skiflug-Schanze in Vikersund in seine private Partyzone verwandelt. Mit Sprüngen von 232 und 225 Metern schreibt der 22-jährige Österreichische Junioren-Weltmeister seinen ersten Weltcup-Sieg – und lässt Domen Prevc erstmals in dieser Saison alt aussehen.
Prevc bleibt bei 211 metern hängen
Der slowenische Dominator, der zuletzt in Planica und Oberstdorf die Konkurrenz pulverisierte, kam auf 211 und 218,5 Meter – für ihn eine klare Ansage, dass auch Superstars schlechte Tage erleben. „Ich habe einfach kein Timing gefunden, die Schanze war heute nicht mein Freund“, sagte Prevc nach dem Wettbewerb knapp. Mit 439,2 Punkten reichte es nur zu Rang fünf. Der Tag gehörte eindeutig Embacher, der nach dem ersten Durchgang schon führte und mit 459,1 Punkten den zweiten Sieg eines Österreichers in dieser Skiflug-Saison perfekt machte.
Die restlichen Podestplätze gingen nach Asien und Skandinavien. Der Japaner Tomofumi Naito landete nach 223 und 229 Metern auf Rang zwei vor dem Norweger Johann Andre Forfang, der mit 220 und 227 Metern die Bronzemedaille sicherte. Für Naito war es der zweite Podestplatz in dieser Wintersaison – und ein deutliches Signal, dass Japans Skiflug-Offensive Früchte trägt.

Wellinger und geiger springen zurück in die top-ten
Deutschland kann aufatmen. Andreas Wellinger und Karl Geiger, beide lange von Verletzungen und Formschwankungen geplagt, lieferten die besten deutschen Ergebnisse seit Wochen. Wellinger flog 227 und 219 Meter und wurde Siebter – sein drittbestes Saisonergebnis. „Ich habe endlich wieder das Gefühl gefunden, die Schanze anzugehen statt mich zu verstecken“, sagte der Berchtesgadener im ZDF. Geiger, der mit 223 und 218 Metern Rang neun belegte, zeigte sich erleichtert: „Die 200-Meter-Marke war ein mentaler Knoten. Heute habe ich sie endlich durchbrochen.“
Philipp Raimund, Olympiasieger von Peking, verbesserte seine persönliche Bestweite auf 225,5 Meter und landete auf Rang 18. Bundestrainer Stefan Horngacher lobte: „Philipp zeigt, dass er mental bereit ist, die große Schanze zu attackieren.“ Pius Paschke wurde 26., Luca Roth und Ben Bayer schafften den zweiten Durchgang nicht. Für Letzteren war es der dritte Ausscheider in Folge – ein Trend, der sich dringend ändern muss.

Sonntag geht’s erneut über die 240-meter-marke
Am Sonntag um 17:15 Uhr steht das zweite Einzelfliegen in Vikersund an. Die Schanze gilt als schnellste der Welt – und mit etwas Wind von vorne sind Flüge über 240 Meter möglich. Embacher will nachlegen, Prevc will Revanche – und die deutschen Adler wollen beweisen, dass heute kein Einzelfall war. Die Saison neigt sich dem Ende zu, aber in Vikersund ist noch einmal richtig Dampf drauf.
