Elversberg schlägt bielefeld und jagt spitze – petkov-doppelpack lässt träume wachsen
Sieben Minuten nach dem Anpfiff war der Mann, der die Saarländer stets in Schwung bringt, schon wieder weg. Bambasé Conté humpelte, schüttelte heftig den Kopf, ließ sich von zwei Betreuern in die Kabine tragen. Elversberg musste den frühen Schock verdauen – und antwortete mit einer Demonstration der Stärke.
Comeback ohne happy end: conté muss raus, petkov trifft doppelt
Der Aufstiegsanwärter zerlegte Arminia Bielefeld am 28. Spieltag 3:1 und kletterte zumindest für 90 Minuten auf Platz eins der 2. Bundesliga. Lukas Petkov schraubte seine persönliche Bilanz auf zwölf Saisontore, Amara Condé spazierte in der 76. Minute zum 3:0 durch die halbe Bielefelder Hälfte. Die Arminia blieb beim fünften Pflichtspiel nacheinander ohne Sieg und rutschte auf Relegationsplatz 16 ab.
Die Partie war keine 120 Sekunden alt, da hatte Conté schon zwei Ballgewinne und einen Steilpass auf dem Konto. Als er dann nach einem Luftduell unglücklich aufsprach, spürte jeder im Stadion, dass mehr kaputt war als nur ein Angriff. „Ein Tiefschlag, klar“, sagte Vincent Wagner, „aber wir haben gezeigt, dass wir auch ohne Bambasé Lösungen haben.“ Die Lösung hieß Petkov.

Mehlems rot wegen attacke auf schnellbacher
Der Stürmer nutzte einen Querschläger von Bielefelds Keeper Stefanos Kapino und schob cool ins lange Eck. Kurz vor dem Seitenwechsel eskalierte die Partie: Marvin Mehlem ging mit offener Sohle in den Zweikampf mit Luca Schnellbacher, Referee Patrick Alt zückig Rot. Die Arminia agierte fortan mit zehn Mann, Elversberg mit einer Geduld, die an ein Schachspiel erinnerte.
Die Saarländer spielten die Uhr herunter, ließen den Ball laufen, zwangen Bielefeld zu Fouls. Petkov ließ in der 69. Minute erneut Kapino keine Abwehrchance, Condé setzte den Schlusspunkt. Christopher Lannerts Anschlusstor in der 84. Minute war nur noch Ergebniskosmetik.
Die Tabelle lügt nicht: Elversberg hat 52 Punkte auf dem Konto, die beste Offensive der Liga und den direkten Vergleich gegen fast alle Konkurrenten auf seiner Seite. Wenn Darmstadt 98 am Abend nicht gewinnt, bleibt der SV Elversberg zumindest für eine Nacht Erster. Die Fans sangen nach Abpfiff „Wir wollen hoch, wir werden hoch“, und für einmal klang das nicht nach frommem Wunsch, sondern nach Plan.
