Eisschnellläufer jasch schockt die tour of the alps mit solo-sieg!
Ein Novize, ein Überraschungsmann, ein ehemaliger Eisschnellläufer – Lennart Jasch hat bei der Tour of the Alps für eine Sensation gesorgt und die Königsetappe im Alleingang gewonnen. Der 25-Jährige ließ die Favoriten alt aussehen und feierte einen Sieg, der seinesgleichen sucht.

Der umweg über die reha: wie jasch zum radprofi wurde
Es ist die Geschichte eines Neustarts, einer Wendung, die so plötzlich kam wie sie überwältigend ist. Jasch, der bis Anfang 2024 noch zur Nationalmannschaft im Eisschnelllauf gehörte – seine Schwester Maira war sogar bei den Olympischen Winterspielen in Mailand dabei – fand nach einer Disbalance und anschließender Rehabilitation im Radsport eine neue Leidenschaft. Der Kontakt zu Dan Lorang, einem bekannten Sportexperten, führte ihn schließlich zum Team, obwohl es für die Profimannschaft Red-Bull-Bora-hansgrohe nicht gereicht hatte. Nun fährt er für das Schweizer Team Tudor und hat bewiesen, dass man auch ohne jahrelange Erfahrung im Radsport Großes erreichen kann.
Die vierte Etappe, die von Arco nach Trient führte und 167,8 Kilometer lang war, wurde zum Schauplatz seines Triumphes. 25 Kilometer vor dem Ziel löste sich Jasch aus einer Ausreißergruppe und ritt seinem Glück entgegen. “Ich bin ein bisschen überfordert”, gestand er nach dem Rennen. “Ich hätte niemals damit gerechnet. Das war ein total krasser Tag. Umso länger es ging, habe ich gemerkt, dass ich der Beste aus der Gruppe bin.”
Die Konkurrenz war alles andere als leicht. Unter anderem waren Ex-Tour-Champion Egan Bernal (Kolumbien), Mountainbike-Olympiasieger Tom Pidcock (Großbritannien) und der Giro-Sechste Giulio Pellizzari (Italien), der aktuell auch die Gesamtführung der Rundfahrt innehat, am Start. Dass Jasch, der aus einer Eisschnelllauf-Familie stammt – sein Vater Helge ist Teamleiter bei der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft –, sich hierdurchsetzen konnte, ist umso bemerkenswerter.
Quereinsteiger im Radsport sind zwar keine Seltenheit. Florian Lipowitz, der lange im Biathlon aktiv war, und der viermalige Vuelta-Champion Primoz Roglic, der seine Karriere im Skispringen begann, sind prominente Beispiele. Aber Jaschs Aufstieg vom Eis auf die Straße ist geradezu außergewöhnlich.
Die Leistung von Lennart Jasch ist ein Beweis dafür, dass Leidenschaft, Entschlossenheit und ein bisschen Glück Berge versetzen können. Sein Sieg ist nicht nur ein Triumph für ihn selbst, sondern auch eine Inspiration für alle, die einen neuen Weg einschlagen wollen.
