Eishockey: wer setzt wirklich auf junge talente in der national league?

Die National League scheint ein Schmelztiegel für junge Eishockeyspieler zu sein, doch die Realität sieht anders aus. Eine neue Analyse der durchschnittlichen Eiszeiten von U-20-Spielern in den letzten fünf Spielzeiten offenbart erstaunliche Unterschiede zwischen den Teams. Während einige Klubs auf die Jugend setzen, werden andere von ihnen weitgehend ignoriert.

Der hc lugano: ein ausreißer nach unten

Am Ende der Skala steht der HC Lugano. Die Bianconeri schenken ihren jungen Spielern kaum Eiszeit. Cyrill Henry, ein 18-jähriger Hoffnungsträger, brachte zumindest etwas frischen Wind, doch insgesamt ist die Bilanz enttäuschend. Man muss fair sein: Lugano verfügt über ein starkes Farmteam in Bellinzona, was die Notwendigkeit, auf junge Spieler im Profikader zu setzen, reduziert. Dennoch: 24:02 Minuten durchschnittliche Eiszeit für U-20-Spieler pro Saison sind ein alarmierend niedriger Wert.

Rapperswil-jona und ajoie: schwierigkeiten für die jugend

Rapperswil-jona und ajoie: schwierigkeiten für die jugend

Auch der SC Rapperswil-Jona Lakers hinkt hinterher, obwohl sie oftmals ältere Spieler integrieren, die noch Entwicklungspotenzial haben. Die jungen Talente kämpfen sich aber schwer durch. Der HC Ajoie verzichtet in dieser Saison, wie bereits in den letzten beiden Jahren, komplett auf Spieler unter 20. Das Fehlen eines starken Nachwuchsteams in der Eliteserie schlägt hier zu Buche. Es ist ein Teufelskreis, aus dem der Verein schwer ausbrechen kann.

Ambri-piotta und genf: lichtblicke und fragezeichen

Ambri-piotta und genf: lichtblicke und fragezeichen

Beim HC Ambri-Piotta gab es dank der starken Saison 2023/24 einen kurzzeitigen Aufschwung. Nathan Borradori zeigte, was möglich ist. Das Genève-Servette HC setzt zwar auf U-20-Spieler, allerdings ist Simas Ignatavicius, ein litauisches Ausnahmetalent, der prägende Faktor. Die Frage ist: Bleibt er in Genf oder wagt er den Sprung in die NHL? Seine Entscheidung könnte die Zukunft des Klubs maßgeblich beeinflussen.

Die spitze: zug und biel – vorbilder für die liga

Die spitze: zug und biel – vorbilder für die liga

Der EV Zug setzt weiterhin auf die Integration junger Spieler. Mit durchschnittlich 764:51 Minuten Eiszeit pro Saison sind sie unangefochtene Spitze. Gian Menzi und seine Kollegen zeigen, dass Talentförderung und sportlicher Erfolg Hand in Hand gehen können. Der EHC Biel-Bienne, bekannt für seine konsequente Nachwuchsarbeit, folgt dicht auf den Fersen. Niklas Blessing ist der Maßstab: fast 670 Minuten Eiszeit in einer Saison sind beeindruckend. Die Bieler haben den Beweis erbracht, dass der Weg über die Jugend auch in der National League zum Erfolg führen kann.

Die Unterschiede in der Förderung junger Talente sind frappierend. Während einige Klubs in die Zukunft investieren, verpassen andere eine wichtige Chance, sich langfristig zu stärken. Die kommenden Saisons werden zeigen, ob sich dieser Trend fortsetzt oder ob die National League endlich einheitliche Standards für die Nachwuchsförderung schafft.