Eisbären zerren tigers die zähne aus – halbfinale zum greifen nah

Die Uber-Arena bebte, die Anzeigetafel brannte: 2:1 für die Eisbären. Damit steht Berlin nach dem 3:1-Serienvorsprung einen Schritt vor dem Halbfinale, während Straubing erstmals in diesen Playoffs die Reißleine ziehen muss.

Ty Ronning war es, der die Partie schon nach fünf Minuten entzündete. Statt sich nach seinem Assist auf Marcel Noebels zu feiern, rammelte er sich mit dem nächsten Tiger – typisch für diese Serie, in der sich Fairness und Furor die Waage halten. Wenig später saß er auf der Strafbank, doch die Berliner nutzten die anschließende Überzahl eiskalt: Ronning selbst schlenzte das 2:0 unter der Latte, sein viertes Playoff-Tor.

Unterzahl als bollwerk – stettmer hält dagegen

Statt zu kassieren, demonstrierten die Eisbären in Unterzahl Disziplin. Fast vier Minuten in 3-gegen-5 kurz vor der ersten Pause – kein Durchkommen für Straubing. Jonas Stettmer wehrte 28 Schüsse ab, kassierte erst 59,4 Sekunden vor Ende durch Tyler Madden. Ein Tor, das nur noch für Kurzschluss sorgte, nicht für Hoffnung.

Die Tigers dominierten Scheibenbesitz und Schüsse, verpassten aber die Großchancen. In der 27. Minute zitterte nur die Latte, kurz danach scheiterte Lean Bergmann allein vor Stettmer. Die Berliner blieben effizient, spielten mit dem Gegner statt gegen ihn – und ließen hinten keine Lücken.

Die Zahlen sprechen für sich: Straubing verwandelte keines seiner fünf Powerplays, Berlin traf beim ersten Versuch. Die Hauptrunden-Schwäsche in Überzahl? Abgelegt wie ein altes Trikot.

Sportdirektor Stéphane Richer verfolgte das Geschehen mit verschränkten Armen, Trainer Serge Aubin wedelte höchstens mit der Hand, als Ronnings 3:0 wegen Fußspiels zurückgenommen wurde. Ruhe, wo vor Wochen noch Zittern war.

Donnerstag um 19:30 uhr – matchpuck in berlin

Donnerstag um 19:30 uhr – matchpuck in berlin

Nun liegt der finale Schläger bereit. Gewinnt Berlin erneut, ist das Halbfinale Realität. Die Fans skandieren schon jetzt „Wir wollen Finale“, während Straubings Coach Tom Rowe seine Reihen neu sortieren muss. Die Tigers müssen gewinnen, um nicht zu verlieren – ein psychologischer Nachteil, den die Eisbären gnadenlos ausnutzen wollen.

Die Serie ist längst mehr als ein K.o.-Duell. Sie ist ein Lehrstück über Effizienz, über Zähneknirschen und über das Selbstvertrauen, das in Berlin nach dem ersten Spiel verloren schien und nun zurück ist – lauter als jede Sirene.