Eisbären verlieren reinke und bergmann im endspurt
Fünf Spiele vor Playoff-Beginn stehen die Eisbären Berlin vor einem echten Personalnotstand. Mitch Reinke und Lean Bergmann, zwei der verlässlichsten Stützen im Kader des Meisters, fallen nach dem 1:3 gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven vom vergangenen Sonntag auf unbestimmte Zeit aus. Der Zeitpunkt könnte kaum ungünstiger sein.
Zwei ausfälle, die richtig wehtun
Reinke zog sich eine Oberkörperverletzung zu, Bergmann eine Unterkörperverletzung. Klingt nach Standardformulierung, bedeutet aber im Klartext: Berlin verliert in der heißesten Phase der Hauptrunde zwei Spieler, die zusammen in dieser Saison auf 20 Tore und 30 Vorlagen kommen. Der US-amerikanische Verteidiger Reinke stand in 44 Partien auf dem Eis und lieferte vier Treffer sowie 16 Assists. Bergmann, Stürmer mit Zug zum Tor, verbuchte in 46 Einsätzen drei Tore und 14 Vorlagen.
Das ist kein kosmetischer Schaden. Das ist ein Riss im Gerüst.
Leden raus, wolter rein – turbulente tage in der hauptstadt
Als wäre das nicht genug, haben die Eisbären den Vertrag mit Angreifer Matej Leden mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Die Begründung: disziplinarische Gründe. Mehr sagt der Klub nicht. Wer die DEL kennt, weiß, dass solche Formulierungen selten harmlos sind.
Gleichzeitig fehlt Torhüter Jake Hildebrand noch mehrere Wochen verletzungsbedingt. Die Lösung: Nachwuchskeeper Niclas Wolter von den Eisbären Juniors wurde lizenziert und rückt in den Profikader auf. Ein Youngster, der plötzlich ganz nah an einem Playoff-Einsatz ist.
Was das für die letzten fünf spiele bedeutet
Berlin hat noch fünf Hauptrundenpartien vor sich, bevor die Playoffs beginnen. Die Tabellensituation und die Playoff-Setzung hängen davon ab, wie der Meister diese Phase übersteht. Mit einem geschwächten Defensivverbund ohne Reinke und einer Offensive, die auf Bergmann verzichten muss, wird das kein Selbstläufer.
Trainer und Sportdirektion müssen jetzt improvisieren. Und das ausgerechnet in dem Moment, in dem die anderen Topklubs der DEL auf Hochtouren laufen. Berlin hat die Qualität, auch das zu überstehen. Aber die Marge für Fehler ist gerade verdammt dünn.
