Eisbären berlin zwingen fischtown in die zange – playoff-krimi kocht auf

Berlin schlägt zurück. Die Eisbären schießen sich in Dresden mit einem 5:2-Kantersieg in Schlagdistanz zum letzten Viertelfinal-Ticket und erzwingen ein Schaulaufen am Grünen Tisch der DEL. Vier Tage vor dem Hauptrunden-Finale trennen nur noch ein Punkt die Hauptstädter von den Fischtown Pinguins, die sich mit einem 1:3 gegen Straubing selbst in Bedrängnis manövrierten.

Andreas eder und jonas müller versiegeln den dresdner abstieg

Die Partie war nach 48 Minuten entschieden. Erst jagte Andreas Eder den Puck in die obere Ecke, 67 Sekunden später krönte Jonas Müller den Vorstoß mit dem 5:2-Endstand. Dresden, seit Wochen sportlich abgestiegen, kassierte damit die 29. Pleite im 48. Spiel – ein Debakel mit Ansage. Die Eisbären hingegen feierten den vierten Auswärtssieg in Serie und bauen die Trendwende nach dem 0:4-Debakel gegen Wolfsburg konsequent aus.

Die Zahlen lügen nicht: Berlin verwandelte 60 Prozent der Powerplays, Dresden kam nur auf 17. Die Scheibenführung der Gäste war ein einziger Demonstrationszug, die Schüsse verteilten sich 37:24 zugunsten der Eisbären. Trainer Sergej Nemezow sprach hinterher von „Kontrolle auf höchstem Niveau“ – eine Ansage, die sich nicht nur auf das Spiel, sondern auch auf die kommenden 240 Spielminuten bis zum Playoff-Schnitt bezieht.

Kölner haie jagen adler-rekord und verteideln die krone

Kölner haie jagen adler-rekord und verteideln die krone

Während Berlin und Bremerhaven um Platz sechs zittern, jagt Köln schon die ewigen Zahlen. Mit dem 6:2 gegen Augsburg klettert der Tabellenprimus auf 113 Punkte – nur drei Zähler fehlen bis zum Bestwert der Adler Mannheimer aus dem Jahr 2019. Schon Freitagabend in der SAP-Arena können die Haie die Marke von 116 egalisieren, wenn sie die Adler erneut in die Knie zwingen. Die Tordifferenz spricht für die Domstädter: 224 Treffer erzielt, nur 105 kassiert – ein Plus, das selbst die Bayern aus der Fußball-Bundesliga neidisch machen würde.

Fabio Pfohl eröffnete in der 59. Minute mit dem Empty-Net-Treffer beim 4:1-Sieg der Grizzlys Wolfsburg gegen Ingolstadt nicht nur die Schleusen zur Erleichterung, sondern auch die Tür zu einem neuen Coach-Trend. Tyler Haskins feierte an der Bande sein Debüt – und prompt endete die Mini-Krise mit drei Niederlagen. Wolfsburg bleibt mit 68 Punkten Achter, hat aber durch den Sieg vor eigener Kulisse den Anschluss an die Top-Six noch nicht verloren.

Der countdown läuft: vier spieltage, fünf teams, ein ticket

Der countdown läuft: vier spieltage, fünf teams, ein ticket

Die Tabelle ist gezeichnet: Die ersten fünf Plätze sind vergeben, Rang sechs ist noch offen. Bremerhaven (74) und Berlin (73) liegen sich in der Wäsche, Wolfsburg (68) lauert als Joker. Die restlichen vier Spieltage werden nicht nur über Sechst- oder Viertelfinals entscheiden, sondern auch über die Frage, wer im Frühjahr die Koffer packt und wer noch um den Pokal reist. Die Eisbären haben den Schwung, Fischtown die Ausgangslage. Die nächsten 96 Stunden dürften die Liga in Atem halten.

Für Dresden bleibt nur noch die Devise: Schaulaufen überstehen, Finanzprüfung überstehen, Neuanfang überstehen. Für Berlin dagegen ist die Saison längst nicht gelaufen – und das weiß auch die Konkurrenz.