Eintracht frankfurt holt adi hütter zurück – vor fünf jahren verbrannt, heute der große retter

Adi Hütter kehrt nach Frankfurt zurück. Die Suche nach Albert Rieras Nachfolger endet, wo sie 2021 endete: im Deutsche Bank Park. Markus Krösche, Sportvorstand der Adler, gab die Verpflichtung des 54-Jährigen bis 2029 bekannt – ein Milliardenspiel auf lange Sicht, nachdem der Klub diesen Sommer die Europa-League-Qualifikation verpasst hatte.

Die heiße spur endet beim alten bekannten

Matthias Jaissle? Hat nichts gegeben. Stattdessen setzt Krösche erneut auf den Mann, der den Klub vor fünf Jahren verließ und anschließend in Gladbach und Monaco scheiterte. Die Argumente klingen nüchtern: Hütter kenne die Strukturen, die Abläufe, die Menschen. „Er steht für mutigen, offensiven Fußball“, sagt Krösche, als müsse man sich selbst daran erinnern, warum man einen Trainer erneut verpflichtet, der zuletzt in der Premier League lautlos unterging.

Die Bilanz aus den ersten 141 Spielen unter Hütter: 67 Siege, 31 Remis, 43 Niederlagen. Keine Meisterelf, aber eine Mannschaft, die 2019 bis ins Europa-League-Halbfinale rannte und anschließend Oliver Glasner den Pokal gewinnen ließ.

Als wäre nie etwas gewesen

Als wäre nie etwas gewesen

Hütter selbst wirkt, als habe er die letzten Jahre nur zwischen den Zeilen gelesen. „Frankfurt hat mich geprägt, ich habe immer offene Rechnungen gespürt“, sagt er. Die Worte klingen wie ein Versprechen, aber auch wie ein Schuldeingeständnis. 2021 verließ er den Klub, um beim BVB-Nachbarn Borussia Mönchengladbach anzugreifen – und stürzte mit den Fohlen auf Platz zehn ab. Danach versuchte er es in Monaco, brachte die Franzosen zwar zurück in die Champions League, wurde aber trotz Coupe-Sieg im Oktober gefeuert. Die Nachfolgerwahl Filipe Luis ist bis heute ein offenes Kapitel.

Jetzt sitzt er wieder in derselben Kabine, in der er einst Luka Jović und Filip Kostić zum Siegen brachte. Nur: Die Spieler heißen anders, die Erwartungen sind höher, die Zeit drängt. Die Jagd auf Europa beginnt in fünf Wochen – und Hütter hat nur noch eine kurze Vorbereitung, um aus einer verunsicherten Truppe wieder eine Einheit zu machen.

Die rechnung lautet: alles oder nichts

Die rechnung lautet: alles oder nichts

Ein Vertrag bis 2029 ist in der Bundesliga ein Statement. Keine Interimslösung, kein Feuerwehrmann, sondern eine langfristige Wette auf eine Identität, die sich seit Jahren auflöst. Die Frage bleibt: Hat sich Hütter in drei Jahren genug gelernt, um dort anzuknüpfen, wo er damals abrupt abbrach? Oder wiederholt sich nur ein Kreislauf, der mit einem ehrgeizigen Trainer beginnt und mit einem enttäuschten Klub endet?

Eines ist klar: Wenn der neue alte Trainer im September sein erstes Heimspiel bestreitet, wird das Stadion nicht fragen, warum er zurückkam. Es wird nur zählen, ob die Adler wieder nach oben schauen – und ob Hütter diesmal länger bleibt als drei Jahre.