Eintracht frankfurt: hoffnungsschimmer in augsburg trügt – restprogramm zur zerreißprobe
Die Enttäuschung ist tief: Auch beim 1:1 in Augsburg offenbarte Eintracht Frankfurt erneut erschreckende Konstanz. Ein Sieg, der mehr eine Erleichterung als ein Zeichen der Stärke darstellt, wirft ein düsteres Licht auf die verbleibenden Aufgaben. Die Frankfurter Fans müssen sich auf ein Restprogramm einstellen, das eher von Hoffnung als von Realität geprägt ist.
Die erste halbzeit – ein fast schon surrealer auftritt
Wer am Freitagnachmittag den Worten von Albert Riera lauschte, der nach einer vermeintlich besten Trainingswoche seit seinem Amtsantritt prahlte, der wurde mit einem desillusionierenden Bild konfrontiert. Denn was auf dem Platz in Augsburg zu sehen war, entsprach in keiner Weise den Ankündigungen. Die erste Halbzeit war schlichtweg zum Vergessen – ein durcheinanderer Auftritt, der die Frage aufwirft, warum Riera diesen Plan überhaupt aufstellte. Die Mannschaft wirkte lustlos, ideenlos und völlig von der Rolle. Es war, als hätte das Team überhaupt nicht verstanden, was von ihm erwartet wurde.
Sportvorstand Markus Krösche monierte zu Recht: „In der ersten Halbzeit hatten wir Schwierigkeiten, gegen den tief stehenden Gegner Lösungen zu finden. Umschaltmomente haben wir ein bisschen zu oft zugelassen.“ Eine diplomatische Umschreibung für eine erschreckende Passivität, die dem FCA die Möglichkeit bot, das Spiel zu kontrollieren.

Die zweite halbzeit – ein hoffnungsschimmer, zu spät?
Die Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit, angetrieben von Can Uzun und Ritsu Doan, ließ zumindest kurzzeitig erahnen, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Doch die Frage ist, ob diese späte Wendung ausreicht, um die Saisonziele zu erreichen. Die Tatsache, dass es erst durch die Einwechslung dieser beiden Offensivkräfte zu einer Verbesserung kam, wirft ein schlechtes Licht auf Rieras bisherige Personalentscheidungen. Warum hat er das Potenzial dieser Spieler nicht schon früher erkannt und in das Spielgeschehen integriert?
Love Arrhov, der mit seinem Startelfdebüt sichtlich überfordert war, wurde zur Pause bedingt ausgetauscht. Krösche versuchte, die Situation herunterzuspielen: „Er hat in den letzten Wochen super trainiert und immer wieder auch in Einsätzen gezeigt, dass er uns helfen kann. Jetzt hat er es heute nicht ganz so einfach gehabt.“ Eine höfliche Art zu sagen, dass Riera hier eine Fehleinschätzung hatte.

Personalrochade im defensivbereich – ein weiteres fragezeichen
Auch die Personalentscheidungen in der Abwehr sorgten für Verwunderung. Der Routinier Arthur Theate verlor seinen Stammplatz, was angesichts seiner schwachen Leistungen nachvollziehbar ist. Doch der Einsatz von Aurele Amenda als Rechtsverteidiger, obwohl er eigentlich Innenverteidiger ist, wirkt wie ein weiterer Versuch, die Probleme mit einem Flickwerk zu lösen. Stattdessen durfte Ellyes Skiri neben Robin Koch ran – und startete mit einem kapitalen Fehlpass ins Spiel, der fast die frühe Augsburger Führung bedeutet hätte.

Die mentalität – das größte problem
Unabhängig von den individuellen Fehlentscheidungen bleibt die Mannschaft ein kollektives Rätsel. Der unbändige Wille, der Eintracht Frankfurt in den vergangenen Jahren auszeichnete, ist völlig verschwunden. Rieras Ansatz im 4-1-4-1 mit mannorientiertem Pressing wirkt schon nach wenigen Wochen zu berechenbar. Eine Mannschaft ohne klare Identität und ein Trainer, der in erster Linie mit dick aufgetragenen Worten auffällt, schleppt sich durch die letzten Meter der Saison.
Das Restprogramm der Eintracht ist alles andere als einfach. Mit Spielen gegen den Hamburger SV, Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart stehen drei schwere Brocken an. Die Hoffnung, dass es vielleicht doch noch besser wird, verblasst zusehends. Ein fünfter Platz in der Champions-League-Qualifikation und der Traum von der Europa League hängen an einem seidenen Faden. Die Eintracht muss sich auf das Schlimmste einstellen: Ein enttäuschender Saisonabschluss und die Erkenntnis, dass vieles, was in der Vergangenheit so gut funktionierte, verloren gegangen ist. Die Zahlen lügen nicht: Die Eintracht kämpft gegen den Abstieg, während die Konkurrenz um die internationalen Plätze punktet.
