Eintracht frankfurt: europapokal-hoffnungen schwinden – wer trägt die schuld?

Frankfurt bangt um die internationalen Plätze. Vier Spieltage bleiben, um den Sprung in den Europapokal zu schaffen – doch die Chancen schrumpfen zusehends. Ein Blick auf die Diskussionen rund um die Frankfurter Eintracht.

Die expertenmeinungen: freiburg als stolperstein?

Die Debatte ist heiß: Können die Frankfurter den SC Freiburg noch überholen? Gerald Schäfer, Sonja Riegel und Nicolas Herold lieferten sich eine hitzige Diskussion, die die Gemüter erregte. Schäfer sieht in Freiburg zwar einen Gegner auf Erfolgswelle, glaubt aber, dass jede Welle irgendwann bricht – möglicherweise schon am Donnerstag im DFB-Pokal. „Die Breisgauer haben viele englische Wochen vor der Brust, das strapaziert Körper und Nerven. Die SGE muss ihre Chance nutzen.“

Nicolas Herold ist jedoch skeptisch. „Ich sehe da wenig Hoffnung. Freiburg ist euphorisiert und wird keinen Millimeter mehr zurückweichen. Die Eintracht hingegen wirkt gerade komplett von der Rolle.“ Sonja Riegel schließt sich Herold an: „Freiburg wirkt stabil und voller Euphorie – genau das Gegenteil von dem, was der Eintracht momentan fehlt. Und auch das Restprogramm der Frankfurter ist alles andere als leicht.“

Wer ist für die misere verantwortlich?

Wer ist für die misere verantwortlich?

Die Frage nach der Schuldfrage sorgt für weitere Kontroversen. Herold führt den Beginn der Probleme schon im Sommer mit dem Abgang von Kevin Trapp an, dessen Erfahrung und Führungsqualitäten nun schmerzlich fehlen. „Dazu ein verkorkstes Frühjahr und ein rasend schnell verpuffter Trainerwechsel-Effekt.“

Riegel sieht das Problem in fragwürdigen Personalentscheidungen und dem Wechsel von Dino Toppmöller zu Albert Riera, der keine spürbare Verbesserung brachte. „Die Spieler sind aber auch in der Pflicht; kaum jemand kommt an sein Maximum.“ Schäfer meint: „Es wurden Fehler gemacht, von verschiedenen Parteien. Das kann passieren, muss aber einen Lernprozess in Gang setzen.“

Die wende? ein wunschdenken?

Die wende? ein wunschdenken?

Die Hoffnung auf eine Trendwende in dieser Saison schwindet. Riegel formuliert es offen: „In dieser Saison? Wahrscheinlich nicht mehr.“ Herold sieht zumindest eine Möglichkeit: „Mit den Basics, ein klein wenig Kratzen, Beißen, Emotion zeigen – das würde sehr helfen.“ Schäfer stimmt Nicos Ausführungen zu, betont aber, dass man nicht die Glaubensfrage aufgeben dürfe.

Riera: zukunftsaussichten ungewiss

Riera: zukunftsaussichten ungewiss

Die Zukunft von Albert Riera als Eintracht-Trainer steht auf Messers Schneide. Schäfer vermutet, dass bei verpasstem internationalen Geschäft alles auf dem Prüfstand stehen wird. „Ich wage zu bezweifeln, dass Riera dann genügend Rückhalt im Verein hat.“ Riegel hält einen Sommerwechsel für den richtigen Weg: „Riera hat bislang keine Argumente dafür gesammelt, dass man an ihm festhalten sollte. Seine Spielanalysen sind oft befremdlich, und die Spieler werden positionsfremd eingesetzt.“

Das duell in augsburg: ein vorgeschmack auf die zukunft?

Das duell in augsburg: ein vorgeschmack auf die zukunft?

Das kommende Spiel in Augsburg wird entscheidend sein. Riegel erwartet eine Niederlage für die Eintracht. Schäfer bleibt optimistisch und tippt auf einen 2:0-Sieg, gesteht aber ein: „Wenn nicht, dann verliere selbst ich die Hoffnung auf ein Happy End.“ Herold sieht ein Remis: „Da riecht alles nach einem biederen 1:1.“

Die Eintracht steht vor einer Zerreißprobe. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Frankfurter noch die Kurve kriegen oder ob die Saisonziele endgültig in weite Ferne rücken. Ein Faktum ist jedoch klar: Die interne Analyse muss schonungslos ehrlich sein, um den Fehlern des vergangenen Sommer entgegenzuwirken.