Ein seemann trotzt dem schicksal: blinder gewinnt regatta-titel

Dani Anglada Pich, dessen Leben durch eine tragische Explosion auf See für immer verändert wurde, hat erneut Geschichte geschrieben. Nach seiner Solofahrt um die Isle of Wight im vergangenen Jahr, demonstriert der blinde Segler nun seine außergewöhnliche Leistungsfähigkeit, indem er den ersten Platz bei einer katalanischen Segelmeisterschaft belegt – ein Meilenstein für die inklusive Sportwelt.

Ein leben im sturm: der unfall, der alles veränderte

Vor sechs Jahren, im Januar 2018, befand sich Anglada Pich als Erster Offizier auf einem Frachtschiff im Pazifik. Ein Routinecheck der Feuerlöscher sollte sein Leben auf den Kopf stellen. Gezwungen, eine Aufgabe ohne entsprechende Schulung und Schutz auszuführen, kam es zur verheerenden Explosion. Die Folgen waren verheerend: Er verlor sein Augenlicht, sein Trigeminusnerv wurde schwer beschädigt. Die Rettung in Honolulu und die darauffolgende Rehabilitation waren ein langer und schmerzhafter Prozess. Doch Anglada Pich gab nicht auf.

„Ich habe gelernt, als Blinder zu segeln, aber jetzt lerne ich, als Blinder zu konkurrieren“, so Anglada Pich über seine neue Herausforderung. Die Orientierung ohne Sehvermögen erfordert ein Umdenken: „Ich muss viel aufmerksamer auf die Anweisungen meines Ausrichters hören, die Gefühle des Windes und des Meeres sind neue Empfindungen im Wettbewerb.“

Die kunst der konzentration: hören als kompass

Die kunst der konzentration: hören als kompass

Die Regatta wird so zu einem einzigartigen sensorischen Erlebnis. Die Spannung der Schoten, das Geräusch des Wassers gegen den Rumpf – all das wird durch die extreme Konzentration auf die Stimme des Ausrichters verstärkt. „Geduld und Ruhe sind entscheidend. Ich darf mich nicht von der Aufregung überwältigen lassen“, erklärt Anglada Pich. Eine Erfahrung, die weit über die reine sportliche Leistung hinausgeht: „Es ist das erste Mal, dass ich in meiner Heimat so aufgenommen werde – das öffnet Türen.“

Anglada Pichs Erfolg ist nicht nur ein Triumph für ihn persönlich, sondern auch ein Zeichen für die wachsende Akzeptanz und Inklusion im Sport. Sein Engagement im Projekt Yes We Sail, unterstützt vom Club Nàutic El Masnou, zeigt, dass mit Köpfchen und Entschlossenheit keine Grenzen gesetzt sind. Die Weltöffentlichkeit wird gespannt dem zweiten Inklusions-Weltmeisterschaft im Oktober in Portugal und dem langfristigen Ziel, die Segelsportarten wieder in das Paralympics-Programm aufzunehmen, folgen.

Die Geschichte von Dani Anglada Pich ist ein Beweis dafür, dass Schicksalsschläge nicht das Ende, sondern der Beginn eines neuen Kapitels sein können. Ein Kapitel, das von Mut, Entschlossenheit und der unbändigen Liebe zum Segeln erzählt.