Egonu wirft 38 punkte – istanbul dreht match und droht milano mit k.o.
Mailand jubelte nach zwei Sätzen, das Allianz Cloud tobte – und dann kam Marina Markova. Die russische Diagonalspielerin schlug der Numia Vero Volley mit 37 Punkten das Genick, wandelte das 0:2 in einen 3:2-Sieg des türkischen Vakifbank Istanbul und versetzte der italischen Hoffnung einen blutigen Nasenring. Nun muss Milano am 19. März in der Halle auf der asiatischen Seite der Bosporus gewinnen, bei einem 2:2 würde sogar ein Golden Set in Istanbul entscheiden.
Milano bricht ein, markova trifft ins herz
Paola Egonu war auf dem Weg zur Gala: 38 Punkte, 22/38 in Angriff, nur ein Fehler – Zahlen, die normalerweise Siege einbrennen. Doch der dritte Satz war noch jung, da begann das Déjà-vu. Das Mauerwerk der Numia klappte zusammen, Markova traf fünfmal in Folge, Milano kassierte einen 22:25, der wie ein Vorschlaghammer war. Im vierten Durchgang schlichen sich sieben Angriffsfehler ein, der Block stand still wie ein verlassener Bahnhof, und schon stand es 2:2.
Im Tiebreak war die Seuche perfekt: Egonu schlug gegen drei blockende Türkinnen, Lavarini wechselte, aber Markova schlug viermal hintereinander zu – 11:15, Ende, Aus, Weg.

Champions-league-traum hängt an einem faden
Die Final-Four-Tickets verteilt die CEV nur an Teams, die auch auswärts zubeißen können. Milano muss also in der Vakif-Spor Salonu gewinnen, wo der Lärm kürzlich 115 Dezibel erreichte – laut wie ein Startender Airbus. Dazwischen liegt noch das Halbfinale der Serie A in Florenz, wo Scandicci wartet. Die Stimmung im Lager: »Wir haben 48 Stunden, um die Köpfe freizubekommen«, sagte Egonu, ohne die Stimme zu heben.
Die Zahme Wahrheit: Seit 2019 hat kein italienischer Frauenclub mehr in Istanbul gewonnen, und die Statistik schlägt schneller zu als ein Boskovic-Spike.
Der Countdown läuft. Wenn Milano am Donnerstag nicht die Tür eintritt, bleibt nur die trostlose Erkenntnis: Selbst eine Superheldin namens Egonu kann ein Team nicht tragen, wenn das Fundament bröckelt.
