Edwards verspätet sich wegen toilettengang – und glänzt trotzdem

Ein Klo-Stop kostete Anthony Edwards den Sprungball, nicht aber den Respekt der NBA-Welt. Nach 23 Minuten standen 17 Punkte, vier Assists und zwei Rebounds – und ein noch größeres Lächeln.

Die Szenerie im American Airlines Center war schon kurios: Die Lautsprecher brüllten seinen Namen, die Fans jubelten, doch auf dem Parkett fehlte der Shooting-Guard. Stattdessen lief Mike Conley auf, 36 Jahre alt, routiniert – und ziemlich überrascht.

„Ich war kacken“

Edwards’ Erklärung nach dem 124:94-Sieg gegen Dallas? Drei Worte, ein Lacher, ein Meme-Goldstück: „I was taking a s*.“ Kein PR-Filtersatz, kein Standard-Script. Coach Chris Finch nahm’s mit Humor: „Naturrufe eben. Passiert selbst Superstars.“

Zwei Minuten und neun Sekunden verpasste der 22-Jährige. Dann betrat er das Feld, schüttelte sich kurz durch und spielte, als hätte er nie Pause gehabt. Die Knie? „Fühlt sich gut an“, sagte er, nachdem eine Reizung ihn zuvor sechs Spiele lahmgelegt hatte.

Playoff-form schon vor der pause?

Playoff-form schon vor der pause?

Die Timberwolves sichern sich mit dem Sieg Platz drei im Westen. Edwards braucht noch sieben Partien, um die 65-Einsatz-Marke für All-NBA-Berücksichtigung zu knacken. Zeit genug, denn Minnesota will nicht nur in die Postseason, sondern dort erstmals seit 2004 wieder über die erste Runde hinaus.

Die Liga genießt den neuen Kulthelden. Auf Twitter kursieren bereits T-Shirts mit der Aufschrift „Craptain America“. Edwards selbst lacht mit – und trifft weiter. Sport ist eben auch Entertainment, und wer ehrlich kackt, darf ehrlich punkten.