Eckert: vom bundesliga-analysten zum premier-league-traum!
London – Tonda Eckert, der 33-jährige Coach, der den Southampton sensationell zurück in die Erfolgsspur gebracht hat, träumt von der Premier League. Ein überraschender Aufstieg, der von Lehren von Gilardino und Vieira geprägt ist, aber auch von einem ungewöhnlichen Abendessen und einem Kurs in Coverciano.
Der italienische einfluss auf einen deutschen
Eckert, der in England schneller als er selbst „italienischer“ als deutscher abgestempelt wurde, spricht fließend Italienisch und lächelt, wenn er über seine Zeit auf der Insel spricht. Seine Reise vom Analysten für die deutsche Nationalmannschaft bei der EM 2012 zum Coach eines Championship-Teams, das nun um den Aufstieg kämpft und im FA-Cup-Viertelfinale gegen Arsenal steht, ist bemerkenswert. Der Schlüssel? Ein Mix aus deutscher Disziplin und italienischer Leidenschaft.
“Ich liebe Fußball seit meiner Kindheit, die Rolle hat sich nur geändert“, erklärt Eckert. Und diese Rolle ist von einigen entscheidenden Stationen geprägt. Ein entscheidender Moment war sein Aufenthalt in Genua, wo er mit Alberto Gilardino und Patrick Vieira zusammenarbeitete – zwei Weltmeister, von denen er viel lernte.
„Gilardino ist eine unglaublich bescheidene Person“, betont Eckert. „Ich versuche, diese Demut auch in Southampton weiterzugeben. Wir sprechen oft darüber.“ Vieira hingegen habe einen etwas anderen Weg eingeschlagen, nachdem er seine Karriere beendet hatte. „Er war zwei Jahre lang als Botschafter für den City Group tätig, eine Rolle, in der er das Unternehmen hervorragend repräsentierte. Das ist im modernen Fußball ebenso wichtig wie die Fähigkeit, eine Mannschaft zu führen.“

Die coverciano-akademie und die kunst des improvisierens
Eckert absolvierte den begehrten Uefa Pro-Kurs in Coverciano als bester Schüler. „Das war eine Erfahrung, die ich mir sehr gewünscht habe. Als Ausländer ist es nicht selbstverständlich, an diesem Kurs teilnehmen zu dürfen. Die Federación und Genua, vertreten durch Diodato Abagnara, haben mir dabei geholfen.“ Neben Renzo Ulivieri lernte er dort, wie man taktisch am besten verteidigt und wie man über Fußball auf eine andere Art und Weise sprechen kann.
Doch nicht nur die Theorie war wichtig. „Ich bin Deutscher, wir sind immer gut vorbereitet. Aber in Italien habe ich gelernt, dass die Vorbereitung wichtig ist, aber die Intuition und die Fähigkeit, in der Spur zu wechseln, noch wichtiger sind.“
Ein Anekdote, die Eckerts italienische Erfahrung verdeutlicht, ist ein Vorstellungsgespräch mit Southampton. „Man lud mich zum Abendessen um 17:30 ein. Ich bat darum, es auf mindestens 19:30 zu verschieben, da die Küche um 21:00 Uhr schloss.“

Mehr als nur fußball: die werte eines vereins
Eckerts aktueller Erfolg in Southampton basiert nicht nur auf taktischen Finessen, sondern auch auf einem tiefen Verständnis für die Vereinswerte. „Wenn man in Genua nicht die Werte der Rossoblu versteht – was die Fans repräsentieren und was es bedeutet, auf dem Platz zu stehen – dann ist Genua nicht das Richtige für einen“, erklärt er. „Genauso ist es in Southampton, wo die Entwicklung der Spieler, die Verbindung zum Verein und die Ambition, eine gute Leistung zu erbringen, im Vordergrund stehen.“
Sein schnelles Aufstiegen, von der Analysearbeit bis zum Cheftrainer, zeugt von seinem Ehrgeiz und seiner Anpassungsfähigkeit. „Ich habe früh erkannt, dass es Spieler gab, die stärker waren als ich, und habe mich für ein Sportstudium entschieden“, erzählt Eckert. „Dort habe ich schnell gute Kontakte geknüpft und bin in ein Projekt mit der Federación geraten.“
Die bevorstehende Partie gegen Arsenal im FA-Cup-Viertelfinale wird zeigen, ob Eckerts Southampton den Sprung in die Premier League schaffen kann. „Wir spielen mit dem Selbstvertrauen, gewinnen zu können“, sagt Eckert. „Unser Ziel ist die Premier League, und ich bin überzeugt, dass wir die Chance haben, eine großartige Saison zu spielen.“
Die Zahlen lügen nicht: Southampton steht Sechster und hat eine beeindruckende Serie von 14 ungeschlagenen Spielen vorzuweisen. Das ist der Beweis für Eckerts Arbeit und die Leidenschaft eines Teams, das an sich glaubt.
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