Eberl packt aus: bayern-zeit war 'brennglas'-phase
München – Sportvorstand Max Eberl hat im ZDF-Aktuellen Sportstudio ein selten offenes Wort über seine Anfangszeit beim FC Bayern München gefunden. Die vermeintliche Erfolgsgeschichte wurde abrupt unterbrochen, als Eberl von einer Phase intensiver Kritik und permanenter Beobachtung berichtete – eine Situation, die er nun öffentlich thematisierte.
Die trainersuche als initialzündung
Eberls Ankunft in München verlief offenbar nicht reibungslos. Die Suche nach einem Nachfolger für Julian Nagelsmann, die schließlich in der Verpflichtung von Vincent Kompany gipfelte, wurde von einer gewissen Unsicherheit begleitet. „Ich kam nach München und hatte mit der Trainersuche sofort wie so einen Stempel, ich wurde sehr kritisch beäugt“, erklärte Eberl. Diese Kritik, verbunden mit den Herausforderungen des Transfersommers, setzte ihn unter enormen Druck.
Der Druck der Erwartungen: Die Erwartungen an Eberl waren von Anfang an hoch, und jeder Fehltritt wurde sofort von den Medien und den Fans genauestens unter die Lupe genommen. „Da hieß es: ‚Okay, wenn die Transfers nicht passen, dann wackelt Eberl.‘ Ich war schon unter dem Brennglas.“ Diese Atmosphäre, so Eberl, sei eine zusätzliche Belastung gewesen.

Mehr rückendeckung gefordert
Eberl wünscht sich nach wie vor mehr Rückendeckung, insbesondere in schwierigen Phasen. Er betonte, dass er stets aus Überzeugung gehandelt habe, sich aber über eine stärkere Unterstützung nicht beschwert hätte. „Jetzt ist es schön, darauf verweisen zu können, dass man erfolgreich ist. Man hätte sich an der ein oder anderen Stelle vielleicht auch mal ein bisschen Schutz gewünscht, aber es ist kein Problem.“
Die Aussagen Ebels erinnern unweigerlich an die Äußerungen von Bayern-Patron Uli Hoeneß, der Eberl im vergangenen Jahr als „zu empfindlich“ bezeichnet hatte. Diese Kritik traf Eberl offenbar hart, und er scheint nun darum zu bitten, dass ihm in Zukunft mehr Raum für Fehler eingeräumt wird.
Die Dynamik innerhalb der Führungsebene des FC Bayern ist komplex. Eberl betonte, dass die prägenden Figuren des Vereins – Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Franz Beckenbauer – eine immense Bedeutung haben. „Bayern München wurde natürlich groß gemacht durch Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Franz Beckenbauer. Die sind FC Bayern München in Person. Dann kommen Christoph Freund und ich oder ein Trainer wie Vincent Kompany dazu. Und dann wirken natürlich Kräfte.“
Der Umgang mit dem immensen Druck und der öffentlichen Aufmerksamkeit bei Bayern München stellt für jeden Verantwortlichen eine besondere Herausforderung dar. Eberl lernte, sich in diesem Umfeld zurechtzufinden, auch wenn es bedeutete, mit internen Machtspielen umzugehen. „Das Drumherum, was bei Bayern natürlich eine Rolle spielt, die Öffentlichkeit. Natürlich versucht man, den einen gegen den anderen vielleicht auch mal auszuspielen. Das ist das, was man lernen musste.“
Letztlich geht es Eberl darum, seinen Job zu machen, ohne den Anspruch zu erheben, ein „Everybody’s Darling“ zu sein. Er konzentriert sich darauf, die sportlichen Ziele des FC Bayern zu erreichen, auch wenn dies bedeutet, sich Kritik und Gegenwind stellen zu müssen. Die Vergangenheit hat ihm gezeigt, dass es bei diesem Rekordmeister wichtig ist, seinen eigenen Weg zu gehen und sich nicht von äußeren Einflüssen beirren zu lassen.
