E-auto-verkäufe bremsen ein: roboter kommen in die fabriken

E-auto-verkäufe bremsen ein: roboter kommen in die fabriken

Die Verkäufe von Elektroautos stagnieren, und Batteriehersteller wenden sich bereits den Herstellern von Humanoiden zu. Diese Roboter könnten in Zukunft sowohl E-Autos als auch Akkumulatoren produzieren. Ein überraschender Wendepunkt in der Automobilindustrie.

Verlangsamung der elektrifizierung

Das verlangsamte Wachstum des Übergangs zur Elektromobilität bereitet den asiatischen Industrie-Giganten Kopfzerbrechen. Doch eine unerwartete Lösung könnte aus einem Bereich kommen, der vor wenigen Jahren noch reine Science-Fiction gewesen wäre: Humanoide Roboter. Während die Händlerhöfe voller E-Autos sind, die sich nicht so schnell verkaufen, wie von Analysten prognostiziert, blicken die großen Batteriehersteller aus Südkorea über den Tellerrand hinaus.

Neue "kunden" ohne führerschein

Neue "kunden" ohne führerschein

Die Batteriehersteller setzen nun auf eine neue Generation von "Kunden", die nicht Auto fahren, sondern es möglicherweise bauen werden: Humanoide Roboter. Unternehmen wie LG Energy Solution, Samsung SDI und SK On sehen in der Robotik eine potenzielle Wachstumsmöglichkeit, um die Überkapazitäten in der Batterieproduktion auszugleichen.

Batterien im fokus – eine milliardenschwere wette

Batterien im fokus – eine milliardenschwere wette

Die Situation beruht auf einer enormen industriellen Wette, die sich nun als finanzieller Bumerang erweisen könnte. In den letzten Jahren wurden astronomische Summen in Gigafabriken investiert, um die Produktionskapazität zu erhöhen. Die globale installierte Kapazität für E-Auto-Batterien überstieg erstmals 1.000 GWh. Allerdings kämpfen die Hersteller nun mit operativen Verlusten aufgrund der schwächeren Verkäufe von Elektrofahrzeugen. Der Markt absorbiert das Angebot nicht so schnell wie erwartet.

Batterien für roboter: eine premium-chance

Batterien für roboter: eine premium-chance

Der entscheidende Unterschied liegt in den Anforderungen an die Batterien: Batterien für humanoide Roboter müssen eine hohe Energiedichte auf kleinem Raum bieten und komplexe Operationen, wie beispielsweise einen autonomen Batteriewechsel, unterstützen. LG und Samsung verhandeln bereits mit Robotikherstellern, um diese spezialisierten Zellen zu entwickeln und zu liefern. Diese neue Branche könnte höhere Gewinnmargen versprechen als die Automobilindustrie, in der ein Preiskampf herrscht. CATL, der weltweit größte Batteriehersteller, hat bereits eine preiswerte Produktlinie auf Natrium-Ionen-Basis eingeführt.

Tesla setzt auf robotik

Tesla setzt auf robotik

Auch Tesla hat mit seinen neuen 4680-Batterien zu kämpfen und sucht nach Anwendungsmöglichkeiten, nachdem der Cybertruck kommerziell gefloppt ist. Das Unternehmen verlagert den Fokus zunehmend von Autos auf Robotik. Die Einnahmen aus der Robotik könnten es Tesla ermöglichen, das Batteriegeschäft zu stabilisieren und die hohen Börsenbewertungen zu rechtfertigen.

Integration von mensch und maschine

Integration von mensch und maschine

Das Szenario, das sich abzeichnet, ist eine vollständige industrielle Integration, in der Roboter sowohl das Endprodukt als auch die Arbeitskraft darstellen. In China werden bereits Roboter wie der Walker S2 von Ubtech Robotics in den Produktionslinien von Automobilherstellern wie BYD, Geely und Volkswagen eingesetzt, um Daten über die Arbeitsbedingungen zu sammeln. Auch in den USA testet BMW humanoide Roboter, während Tesla die Produktion der Model S und Model X eingestellt hat, um Platz für die Montage des Optimus-Roboters zu schaffen.

Risiken und herausforderungen

Risiken und herausforderungen

Allerdings birgt dieses Konzept auch Risiken. Viele Projekte basieren auf der Philosophie des "Fake it till you make it", mit Start-ups, die Millionen verbrennen und Technologien, die noch nicht reif genug sind, um den Menschen zuverlässig zu ersetzen. Sollte die Robotik-Blase platzen, würde dies auch die Erholung der Batterie-Lieferkette gefährden. Das wäre ein perfekter Sturm.