Ds n°7: stellantis wirft 2026 den elektrischen eleganzbolzen

4,66 Meter Luxus, bis zu 740 Kilometer Reichweite, fertig in Melfi: Der neue DS N°7 rollt Ende 2026 über italienische Bänder und schickt Audi Q4, BMW X1 und Mercedes EQA direkt in die Defensive.

Der marktstart steht, doch die ersten bestelllisten brodeln schon

Der marktstart steht, doch die ersten bestelllisten brodeln schon

Stellantis-Chef Carlos Tavares hat den Zeitplan bestätigt: Q4 2026 liefert der Stellantis-Werk Komplex in Basilicata den C-SUV, der die DS 7 ablöst. Drei E-Tense-Versionen, eine Hybrid-Variante, kein Verbrenner-Solo mehr. Der Einstiegspreis bleibt geheim, doch Händler verhandeln intern mit 48.000 Euro für die 230-PS-Basis-Elektro und 65.000 Euro für die 350-PS-AWD-Long-Range-Flaggschiffe.

Die Zahlen, die Xavier Peugeot am Rande der Präsentation durchgab, klingen wie ein Tech-Investoren-Pitch: 97,2 kWh-Batterie, 160 kW-Ladeleistung von 20 auf 80 Prozent in 27 Minuten, Luftwiderstandsbeiwert 0,26. Dazu die neue DS Light Blade, ein X-förmiges Lenkrad und ein 690-Watt-Electra-3D-Klangssystem mit Lautsprechern in der Dachblende. Französischer Chic trifft italienische Fertigung – ein Mix, der in Europa bislang nur Audi mit dem Q4 e-tron aus Ingolstadt hinbekommen hat.

Die Hybrid-Variante klingt dagegen wie ein Spießgeselle: 1,2-Liter-Dreizylinder plus 21-kW-E-Maschine, 119 g CO₂, 5,3 Liter Verbrauch. Kein Plug-in, sondern ein klassischer Vollhybrid, der in der Stadt bis zu 50 Prozent elektrisch fährt. Die Kundschaft in Mailand, München und Madrid dürfte das kaum interessieren – dort steht die E-Tense-Version auf den Wunschzetteln.

Was die DS N°7 wirklich von VW ID.4 und Co. unterscheidet, ist das Innenraum-Konzept. 560 Liter Kofferraum trotz Batterie im Boden, ein 16-Zoll-Touchscreen, der in das Armaturenbrett integriert ist, und ein Panorama-Glasdach, das 40 Prozent größer ausfällt als bisher. Die Franzosen verstehen es, Platzgefühl mit Dekadenz zu verbinden – ein Kunststück, das selbst Volvo erst mit dem EX90 vollzieht.

Doch es gibt einen Haken: Die Serienfertigung startet erst, wenn das Werk Melfi die Lancia Gamma eingependelt hat. Beide Modelle teilen sich die Produktionslinie, und bei Stellantis steht der Zeitplan knallhart: Kein Verzug, sonst drohen Strafzahlungen an die Zulieferer. Die italienischen Gewerkschaften haben bereits Warnstreiks angekündigt, sollte das Tempo zu hoch werden.

Die Konkurrenz schläft nicht. Audi bringt 2026 die A2-Elektro, BMW peilt mit der iX2-Reihe 800 Kilometer an, Mercedes treibt die Kosten für die MMA-Plattform auf ein Rekordniveau. DS muss also liefern – und das in einem Segment, das in Europa um 23 Prozent schrumpft. Die Lösung: ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das Premium ohne Arroganz verkauft. Ob das reicht, wird sich an den Zulassungszahlen zeigen. Fest steht: Wer 2026 einen Elektro-SUV bestellt, bekommt die Qual der Wahl – und DS wirft den ersten Stein.