Drohendes disziplinarverfahren gegen eisschnellläufer petzold: athleten deutschland alarmiert
Kritik am verband darf keine konsequenzen haben
Athleten Deutschland hat sich besorgt über das drohende Disziplinarverfahren der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG)gegen den Olympiastarter Fridtjof Petzold geäußert. Petzold hatte während der Olympischen Spiele öffentlich Kritik an der Athletenbetreuung und -förderung der DESG geäußert. Der Verein fordert, dass Athleten ohne Angst vor Repressalien ihre Kritik äußern können, insbesondere wenn interne Beschwerdemechanismen versagen.

Unfaires verfahren befürchtet
In einer Stellungnahme an die SID betonte Athleten Deutschland, dass ein faires Verfahren gegen Petzold nicht gewährleistet sei. Die Disziplinarkommission der DESG, die über mögliche Sanktionen entscheidet, besteht demnach aus Personen, die selbst Gegenstand der Kritik Petzolds waren. Dies wirft Fragen nach der Unabhängigkeit des Verfahrens auf.

Desg-präsident rechtfertigt vorgehen
Matthias Große, Präsident der DESG, verteidigte das Vorgehen gegenüber der Presse. Er kritisierte Petzolds Verhalten und betonte, dass Athleten, die keine Leistung bringen und sich nicht an Regeln halten, sich nicht vor die Kamera stellen sollten, um zu „pesten“. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen liegt nun bei der Disziplinarkommission.
Systemfrage: mängel bei beschwerdemechanismen
Athleten Deutschland nutzte den Vorfall, um auf eklatante Unzulänglichkeiten bei den Beschwerde- und Streitbeilegungsmechanismen im deutschen Sport hinzuweisen. Der Verein fordert eine grundlegende Überprüfung und Verbesserung dieser Strukturen. Dies sei auch für die Glaubwürdigkeit einer möglichen deutschen Olympia-Bewerbung entscheidend.
Dosb und bundesregierung in der pflicht
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Bundesregierung werden aufgefordert, stärker Verantwortung zu übernehmen und den Schutz der Athleten zu gewährleisten. Dazu gehört die Einführung von Förderkriterien, die Verbände zur Einhaltung von Good Governance Prinzipien verpflichten und mangelhafter Verbandsführung entgegenwirken. Der aktuelle Entwurf des Sportfördergesetzes verpasse diese Chance.
Good governance als schlüssel für eine erfolgreiche bewerbung
Eine erfolgreiche Olympia-Bewerbung sei nur möglich, wenn der Einsatz für die Integrität des Sports als fundamentaler Baustein betrachtet wird. Die Bundesregierung kann durch Fördervoraussetzungen gezielt Anreize für einen integren Spitzensport setzen. Es besteht dringender Nachbesserungsbedarf im Bereich Good Governance, um das Vertrauen in den deutschen Sport zu stärken.
