Drama und inklusion: trailrunning-debüt endet tragisch

Ein Fest der sportlichen Vielfalt und des menschlichen Mutes wurde am Samstag in Cantabria jäh unterbrochen. Bei den 10.000 del Soplao, einem traditionsreichen Trailrunning- und Mountainbike-Event, erlebten die Teilnehmer und Zuschauer einen Tag voller Emotionen, der mit einer tragischen Begebenheit endete.

Einzigartige heldentaten auf zwei rädern und zu fuß

Einzigartige heldentaten auf zwei rädern und zu fuß

Die Veranstaltung, die in diesem Jahr ihre 18. Auflage feierte, lockte rund 4.000 Läufer und Biker an die malerische Landschaft rund um Cabezón de la Sal. Besonders berührt hat die Teilnahme von Mario und Pedro, zwei Athleten mit Paralyse cerebral, die im Rahmen des Projekts „Empujando Sonrisas“ ihre neuen Rollstühle bei einem offiziellen Wettkampf einsetzten – nachdem sie ihre alten nach dem anspruchsvollen „El Cruce Saucony 2025“ gespendet hatten. Der Startschuss, begleitet von Feuerwerkskörpern und dem kraftvollen Klang von „Thunderstruck“, entfachte eine Atmosphäre der Begeisterung und des Zusammenhalts.

Die ersten Kilometer gestalteten sich aufgrund der hohen Teilnehmerdichte etwas eng, doch bald öffneten sich die Wege und die Läufer konnten in den Rhythmus finden. Die Landschaft wurde immer schöner, während das Terrain anspruchsvoller wurde und die Temperaturen stiegen. Das Team von „Empujando Sonrisas“ erreichte nach weniger als zwei Stunden den ersten Verpflegungspunkt, den neunten Kilometer, und feierte gemeinsam mit vielen anderen Teilnehmern den Aufstieg von Deportivo La Coruña in die LALIGA EA SPORTS – ein zusätzlicher Ansporn für ihre Leistung.

Die 10.000 del Soplao sind bekannt für ihre abwechslungsreichen und anspruchsvollen Strecken, die sich in 10-, 18- und 28-Kilometer-Varianten präsentieren. „Empujando Sonrisas“ nahm die Herausforderung an und entschied sich für die längste Distanz. Die Entscheidung, welche Route sie wählen sollten, war nicht einfach, denn die Wegweiser wiesen widersprüchliche Richtungen. Doch mit dem Track im Gepäck und dem unerschütterlichen Glauben an ihre Fähigkeiten meisterten Mario und Pedro die steilen Anstiege und die anspruchsvollen Passagen.

Doch das sportliche Fest wurde von einer schrecklichen Nachricht überschattet: Ein 57-jähriger Teilnehmer erlitt während des Wettkampfs einen Herz-Kreislauf-Stillstand und verstarb. Die Nachricht traf die gesamte Gemeinschaft wie ein Schlag und warf einen dunklen Schatten auf die Veranstaltung. Der Wettkampf wurde für alle zu einer Erfahrung der Trauer und des Mitgefühls.

Nach einer kurzen Pause zur Erfrischung und Energiegewinnung, inklusive der traditionellen spanischen Spezialitäten „huevos fritos con chistorra“ und „calimocho“, begann der Abstieg. Zwei Mitglieder des Teams konnten die Rollstühle jedoch nicht mehr ausreichend unterstützen, die Folgen von Verletzungen machten sich bemerkbar. Aber „Empujando Sonrisas“ ist mehr als nur ein Team – es ist eine Familie, die sich gegenseitig unterstützt und ermutigt. Mario und Pedro lächelten weiterhin, trotz der Anstrengung und der Hitze, und forderten immer wieder mehr Bewegung und Herausforderung.

Am Ende, nach 16:00 Uhr, war die Mission erfüllt. Die erste Etappe für das Jahr 2026 war gemeistert. Umarmungen und Tränen der Erleichterung wechselten sich ab, während die Gedanken bereits dem nächsten großen Ziel gewidmet waren: Fuerteventura im Oktober, wo „Empujando Sonrisas“ sich mit „Martina es mi Ángel“ zu einem inklusiven Sportteam zusammenschließen wird, um 150 Kilometer in zwei Tagen zu bewältigen. Doch heute stand der Dank an die Organisatoren der 10.000 del Soplao und ihr Engagement für Inklusion im Vordergrund. Denn wie „Empujando Sonrisas“ immer betont: „Die Berge gehören allen.“

Die Tragödie zeigt uns auf schmerzhafte Weise, dass der Sport, so inspirierend und verbindend er auch sein mag, immer auch mit Risiken verbunden ist. Doch die unbändige Lebensfreude und der unerschütterliche Wille von Mario und Pedro, gepaart mit der Solidarität ihres Teams, sind ein leuchtendes Beispiel dafür, was Menschen mit Behinderung erreichen können – und ein Appell an uns alle, die Grenzen der Möglichkeiten immer wieder neu zu definieren.