Dos santos fliegt raus – luganos gelb-selbstmord vor dem wankdorf

Daniel Dos Santos wird den FC Lugano am Sonntag im Wankdorf mit dem Zuschauer-Pass in der Hand verfolgen. Die Gelb-Rote Karte im Nachholspiel gegen St. Gallen bremst den besten Vorlagengeber der Tessiner ausgerechnet vor dem Topspiel bei Young Boys.

Bern wird zum minenfeld für die gelb-fraktion

Bern wird zum minenfeld für die gelb-fraktion

Trainer Mattia Croci-Torti reist mit einer halben Rote-Liste nach Bern. Sieben Akteure stapfen mit Gelb-Vorbelastung in die Stade de Suisse: Ersatztorhüter Amir Saipi, Damian Kelvin, der verletzte Martim Marques, Uran Bislimi, Hicham Mahou, Georgios Koutsias und Stürmer Kevin Behrens. Ein weiterer Karton gegen die Berner und der Meisterkampf platzt. Denn in Runde 32 empfangen die Luganesi den FC Thun – und wollen Leader Basel zwingen, noch eine Woche auf die Krone zu warten.

Die Statistik nagt an den Nerven: Seit Februar kassierte Lugano in fünf von acht Partien mindestens eine Gelbe Karte. Dos Santos lieferte bisher sieben Torvorlagen, mehr als jeder Kollege im Kader. Sein Fehlen ist kein „Vollzug“, sondern ein handfasser Rückschlag. Croci-Torti muss nun seine offensive Schiene umkrempeln, ohne den Spielmacher, der in den letzten 270 Minuten jedes dritte Tor vorbereitete.

Young Boys seinerseits kann die Machtverhältnisse verschieben. Ein Sieg gegen die entfesselte Gelb-Armee würde die Berner auf drei Punkte an Lugano heranbringen und die Restrunde offen halten. Für die Tessiner heißt es: entweder diszipliniert punkten – oder das Meisterstück ausgerechnet im eigenen Stadion riskieren.

Luganos Sportchef Stefano D’Amico sprach nach dem St. Gallen-Spiel von „Katerspiel-Charakter“. Die Worte wehen ihm nun ins Gesicht. Ohne Dos Santos, mit sieben Gelb-Geschwächten, lautet die Devise: Sieg oder Selbstgeisselung. Die nächste Karte könnte die Meisterschaft entscheiden – und zwar nicht zugunsten der Tessiner.