Dortmund ringt blomberg nieder und trifft im pokal-finale auf bensheim

35:32 – ein Ergebnis, das Borussia Dortmund 29 Jahre nach dem ersten Triumph wieder in den DHB-Pokal-Traum katapultiert. Die Bundesliga-Spitze überstand ein furioses Halbfinale gegen die HSG Blomberg-Lippe und fordert am Sonntag (16.15 Uhr) die HSG Bensheim/Auerbach heraus – einen Aufsteiger, der selbst an diesem Samstag Geschichte schreiben wollte.

Hsg bensheim/auerbach schreibt nach elfmeter-krimi eigene geschichte

Die Flames zitterten sich tags zuvor in einem Herzschlag-Finale gegen Thüringer HC durch das 36:34 nach Siebenmeterwerfen. Dabei verspielten Nina Engel und Mareike Thomaier eine 25:21-Führung, kassierten in der Schlussphase sogar das 29:31, ehe sie sich im Penalty-Schiessen erneut bewährten. Für Bensheim wäre der erste Pokalsieg gleich der grösste Erfolg der noch jungen Bundesliga-Geschichte.

Dortmund hingegen erinnerte sich an die eigene Historie. 1997 stand der BVB zuletzt im Pokal-Endspiel, damals gewannen sie – heute also die Chance auf Wiederholung nach fast drei Jahrzehnten. Die Voraussetzung: eine stabile Abwehr und ein funktionierendes Rückraum-Trio. Alina Grijseels, Lisa Antl und Sarah Wachter, allesamt WM-Silber aus dem vergangenen Winter, zeigten gegen Blomberg ihre Klasse, wenn es hieß, den fünf-Tore-Vorsprung zu verteidigen.

Denn genau diesen hatten die Schwarz-Gelben nach 45 Minuten herausgewirtschaftet – 27:22. Doch die Lipperinnen schlugen zurück, Lara Lepschi fischte in der Torwart-Zone alles heraus, was ging, und plötzlich stand es 34:32. Erst Kelly Vollebregt schraubte mit dem 35. Treffer den Deckel drauf. Déborah Lassource war mit sieben Toren die treffsicherste Kraft, für Blomberg glänzten Nieke Kühne (acht Treffer) und Farrelle Njinkeu (sieben).

Für dortmund zählt nur der zweite titel – sonst bleibt 1997 ein einsamer eckpfeiler

Für dortmund zählt nur der zweite titel – sonst bleibt 1997 ein einsamer eckpfeiler

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit dem Triumph von 1997 verpasste Dortmund 15 Mal das Finale, schied zwölf Mal im Viertel- oder Halbfinale aus. Die momentane Tabellenführung in der Bundesliga liefert zusätzlichen Druck, endlich auch national den Beweis zu erbringen, dass der Kader tief genug ist für zwei Fronten.

Bensheim hingegen spielt mit dem Selbstvertrauen eines Teams, das in dieser Saison bereits bei Spielverderber-Auftritten aufhorchen liess. Die Elfmeter-Qualifikation gegen Thüringer HC war kein Glück, sondern Ausdruck der Überzeugung, dass auch der Pokal in diesem Jahr nicht nur den Groschen vorbehalten bleibt.

Am Sonntag stehen sich zwei unterschiedliche Handball-Welten gegenüber: der traditionell starke BVB mit dem Anspruch, endlich wieder Silber zu holen, und der mutige Aufsteiger, der seine eigene Erfolgsstory fortspinnt. Anpfiff 16.15 Uhr – live in der Porsche-Arena Stuttgart. Wer die Nerven behält, schreibt am Ende Geschichte – entweder die zweite für Dortmund oder die erste für Bensheim.