Doppelstrategie bei der tour de france: nibali sieht red bull im vorteil

Die Schachzüge von Red Bull-Bora-hansgrohe für die Tour de France 2026 sorgen für Gesprächsstoff: Mit Florian Lipowitz und Remco Evenepoel setzen sie auf eine Doppelspitze – eine riskante, aber potenziell geniale Idee. Vincenzo Nibali, italienische Radsportlegende und mehrfacher Grand-Tour-Sieger, analysiert die Strategie des Teams im Exklusivinterview mit Eurosport und gibt einen Blick auf die Herausforderungen und Chancen.

Ein rennen mit zwei gesichtern: die taktik von red bull

Ein rennen mit zwei gesichtern: die taktik von red bull

Anstatt auf einen klaren Kapitän zu setzen, stellt Red Bull-Bora-hansgrohe gleich zwei Top-Fahrer an den Start: Remco Evenepoel und Florian Lipowitz. „Die Strategie von Red Bull wird mit Sicherheit sehr interessant sein“, so Nibali. Die Doppelstrategie bietet mehr Flexibilität, insbesondere in der ersten Hälfte der Rundfahrt, wo beide Fahrer parallel um Positionen kämpfen können. Aber es birgt auch eine Verpflichtung: Wer wird sich am Ende unterordnen?

Nibali prognostiziert, dass die längeren und härteren Anstiege die Entscheidung über den Teamkapitän bringen werden. „Im ersten Teil der Rundfahrt sollten sie mehr oder weniger ein paralleles Rennen fahren. Die längeren, härteren Anstiege werden dann entscheiden, wer der Kapitän des Teams ist.“ Das bedeutet, dass eines der beiden Supertalente sich letztlich als Edelhelfer beweisen muss – ein herber Einschnitt für denjenigen, der seine Ambitionen zurückstellen muss.

Doch Nibali sieht auch den Vorteil einer Doppelspitze.Gleichzeitig kann es aber ein großer Vorteil sein, zwei Kapitäne zu haben – vor allem auf den schwierigeren Etappen, um sich gegenseitig zu helfen oder Zeit gutzumachen.“ Diese gegenseitige Unterstützung kann entscheidend sein, um den Konkurrenten die Stirn zu bieten und im Kampf um das Gelbe Trikot bestehen zu können.

Die Frage, ob Red Bull-Bora-hansgrohe bis zum Ende der Tour mit zwei Spitzen um die Top-Platzierungen kämpfen wird, bleibt offen. Die Entscheidung wird letztlich von der jeweiligen Form der Fahrer und den Gegebenheiten der einzelnen Etappen abhängen. Nur die Zeit wird zeigen, ob sich die Doppelstrategie auszahlen wird.