Doppelpack von arias und die frage, die ganz kolumbien erbleichen ließ

San Diego – 90 Minuten Kontrolle, zwei Treffer von Jhon Arias und ein Trainer, der Sekunden vor einem Herzinfarkt stand. Kolumbien gewann das letzte Testspiel vor der WM 2026 mit 2:0 gegen Jordanien, doch das Ergebnis rückte nach dem Abpfiff fast in den Hintergrund.

Der moment, als lorenzo die hände vors gesicht schlug

In der Mixed Zone herrschte noch Siegesstimmung, als ein Reporter die Bombe platzierte: „Luis Díaz – hat er ein Ei am Bein?“ Die Kamera fing Néstor Lorenzos Reaktion ein: Augen aufgerissen, Lippen gespitzt, als hätte er gerade gesehen, wie seine WM-Träume in Rauch aufsteigen. Sekundenlang Stille, dann ein atemloses „¿Cómo?“ durch die Menge.

Was wie ein Scherz klang, war eine echte Sorge. Díaz war zur Pause ausgewechselt worden, weil Lorenzo die Last für seinen Superstar dosieren wollte – nicht, um eine Fraktur zu verstecken. Die Bilder einer möglichen Beule ließen Twitter binnen Minuten explodieren. Der Coach atmete erst aus, als die medizinische Abteilung ihm ein klares Okay gab.

Lucho ist fit, versicherte Lorenzo noch vor Ort. „Er hat ein paar Male hart auf dem harten Rasen gelandet. Wir wollten ihm und Cucho Hernández Spielzeit geben, ohne Risiko. Tag für Tag wird er besser.“

Jordanien als perfekter generalprobe für usbekistan

Jordanien als perfekter generalprobe für usbekistan

Sportlich war das Match ein Lehrstück. Jordanien presste hoch, störte früh und lehnte sich an die Spielweise Usbekistans an, Kolumbiens Auftaktgegner am 17. Juni. Die Antwort der Tricolor war geduldiges Kurzpassspiel, durchsetzt von Arias’ Doppelpack nach Vorlagen von James Rodríguez, der trotz linker Startposition ständig ins Zentrum zog und die Linien sprengte.

Lorenzo lobte spätabends im Catamaran Resort, wie sein Team die Räume fand: „Wir spielten zwischen den Linien, zogen Jordanien auseinander und blieben trotzdem stabil hinten. Genau das werden wir gegen Usbekistan brauchen.“

Die Zahlen sprechen für sich: 64 Prozent Ballbesitz, 14 Torschüsse, nur eine nennenswerte Gegenchance. Die Defensive um Davinson Sánchez stand sicher, hinten raus half William Tesillo mit Tempo. Einzig die Chancenverwertung war – wie so oft – ein offenes Kapitel.

Der countdown läuft

Der countdown läuft

Am Montag fliegt die Mannschaft nach Los Angeles, am Mittwoch steht das letzte Fein-Tuning an. Der Konkurs des Schreckens ist abgewendet, Luis Díaz trainiert wieder voll. Für Kolumbien beginnt jetzt der Ernstfall. Und Néstor Lorenzo? Er hat seine Ruhe wieder – zumindest bis zur nächsten Frage.