Doping-schock bei der wm: brasilien als negativ-vorreiter!
Die Fußballwelt staunt – und schockiert. Während die brasilianische Seleção nach ihrem Sieg gegen Haiti ausgelassen gefeiert wird, wirft ein dunkles Kapitel der Vergangenheit lange Schatten: Brasilien ist mit Abstand der WM-Teilnehmer mit den meisten Dopingfällen.
Ein erschreckender vergleich: brasilien im doping-top
Laut einer aktuellen Analyse der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) wurden zwischen 2013 und 2023 in Brasilien satte 120 Dopingfälle im Fußball registriert. Das ist eine erschütternde Zahl, die das Land in einem äußerst negativen Licht erscheinen lässt. Weit hinter Brasilien liegen Saudi-Arabien und der Iran mit jeweils 35 Fällen, während Frankreich mit 27 Fällen folgt. Deutschland kommt in diesem Zeitraum lediglich auf sieben Fälle – ein deutlicher Beweis für die Diskrepanz.
Die Zahlen lügen nicht: 120 Dopingfälle in nur zehn Jahren unterstreichen das Ausmaß des Problems und werfen ernsthafte Fragen nach dem Anti-Doping-System im Land des fünfmaligen Weltmeisters auf.

Von nationalspielern bis zu dubiosen ärzten: ein system im scherben
Die Doping-Vergangenheit Brasiliens ist pikant. Ehemalige Nationalspieler wie Carlos Alberto, Andre Santos und Fred wurden bereits positiv getestet. Auch der Fall von Gabriel Barbosa, der 2023 eine Dopingkontrolle behinderte, zeigt die tief verwurzelten Probleme im brasilianischen Fußball. Ein besonderes Ärgernis stellt die Rolle bestimmter Ärzte dar, die – wie Aufnahmen eines ARD-Films belegten – Athleten mit leistungssteigernden Substanzen versorgten, teilweise sogar Nationalspieler betreuten.
Luis Horta, einst ein Architekt des brasilianischen Anti-Doping-Systems, spricht von tiefgreifenden strukturellen Defiziten. „Die Interessenkonflikte waren enorm. Jeder wollte nur das schützen, was für ihn selbst am besten war“, so Horta in einem Gespräch mit der ARD-Dopingredaktion.

Verbesserungen, aber noch ein langer weg
Obwohl sich die Doping-Bekämpfung in Brasilien seit 2014 verbessert hat, ist das Land noch weit von den Standards entfernt, die in Ländern wie Deutschland etabliert sind. Der Europäische Gerichtshof für Sport (CAS) kritisierte im Fall von Gabigol die fehlende Unterstützung für Anti-Doping-Institutionen und stellte fest, dass Versäumnisse „nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel“ seien. Die Tatsache, dass Doping-Drahtzieher oft ungestraft davonkommen, verschärft die Situation zusätzlich.
Lars Mortsiefer, Vorstandsvorsitzender der deutschen NADA, mahnt: „Die Dopingarbeit muss in Brasilien noch deutlich verstärkt werden.“
Die hohe Anzahl an Dopingfällen mag auf einen funktionierenden Anti-Doping-Systems hindeuten, aber sie wirft gleichzeitig ein schlechtes Licht auf den brasilianischen Fußball und untergräbt das Ansehen des Landes im internationalen Sport.
Die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada steht vor der Tür, und die Schatten der Vergangenheit verdichten sich. Es bleibt zu hoffen, dass Brasilien seine Anstrengungen zur Doping-Bekämpfung verstärkt und einen glaubwürdigen Wandel vollzieht. Andernfalls droht dem Land des Weltfußballs ein nachhaltiger Imageschaden.
