Djokovic wirbelt durch roland-garros und schickt beckers zweifel in die wüste
Novak Djokovic hat Valentin Royer in drei Stunden und 43 Minuten in der prallen Pariser Hitze zerrieben – und mit ihm die Skepsis von Boris Becker. „Alle Fragen, die ich vorher hatte, hat er heute beantwortet“, sagt der Eurosport-Experte nach dem 6:3, 6:2, 6:7 (7:9), 6:3 des Serben.
Ein match wie ein exorzismus der zweifel
Beckers Unruhe war berechtigt. Djokovic, 39 Jahre alt, kam mit einer Sandplatzsaison in die Hauptstadt, die aus genau einem Match bestand – einer Erstrunden-Pleite in Rom gegen Alejandro Tabilo. Kein Turnier, keine Rhythmus-Arbeit, nur Training auf den hinteren Plätzen in Monte Carlo. Die Frage vor dem Turnier klang wie ein Echo: Kann er die Best-of-Five-Distanz noch durchstehen?
Royer, 23 Jahre jung und mit leeren Tankstellen in den Beinen, lieferte die Antwort. Djokovic drückte ihn früh gegen die Grundlinie, ließ ihn laufen, schickte ihn mit Slice-Bällen in die Ecke. Dann kam der Tiebreak im dritten Satz, ein kurzer Blackout, aber keine Panik. Der vierte Satz war ein Statement: 6:3, erledigt.

Becker sieht wimbledonsignal
„Der Grund, warum er noch Tennis spielt, sind die Grand Slams“, sagt Becker im Studio. „Und wenn er hier noch zwei, drei Matches holt, schärft das seine Klinge für Wimbledon.“ Der Deutsche schätzt Djokovics Rasenchancen höher ein als seine Sandplatz-Konstellation – aber jeder zusätzliche Satz in Roland-Garros ist ein Wettkampf-Testlauf für den Körper.
Djokovic selbst schwieg nach dem Match nur 30 Sekunden, dann: „Ich habe gespürt, dass das Feuer noch da ist.“ Keine großen Worte, nur diese eine Bemerkung. Für Becker reicht sie. Die Sorgen sind verflogen, die Fragen beantwortet – und das Turnier hat gerade erst begonnen.
