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Dirk Nowitzkis Weg zum Ruhm: Von der Sporthalle zur NBA-Legende

Im Moment seines größten Triumphes flüchtete sich Dirk Nowitzki (damals 32) in die Umkleidekabine. Nach dem Gewinn des ersten Meistertitels für die Dallas Mavericks in Spiel 6 der NBA-Finalserie 2011 gegen die Miami Heat (105:95) suchte er den Duschraum auf, um dort allein zu sein. "Ich brauchte in dem Moment einfach ein bisschen Zeit für mich. Meine Gefühle haben mich überwältigt", erklärte er später.

Die Überwindung von Zweifeln und Enttäuschungen

Nowitzki, der einst als "No-win-ski" verspottet wurde, ließ all die harte Arbeit, sportlichen Enttäuschungen und die Belohnung in diesem einen Moment auf sich wirken. Fünf Minuten lang ließ er seinen Tränen freien Lauf, bevor ein NBA-Offizieller ihn zur Meisterzeremonie holte.

Als erster Deutscher gewann Nowitzki den NBA-Titel als Kapitän und Anführer seines Teams. Mit 31 560 Punkten rangiert er auf Platz sieben der ewigen NBA-Scorerliste. Seine Auszeichnungen umfassen den NBA-MVP-Titel 2007, den NBA-Finals-MVP-Titel 2011 und zwölf NBA-All-Star-Nominierungen.

"Er hat das Spiel verändert", sagte Center-Ikone Shaquille O’Neal (54). "Er war der erste große Spieler, der auch von außen werfen konnte. Groß und kräftig zu sein, reichte nicht mehr. Man musste sich auch bewegen können."

Die entscheidende Begegnung mit Holger Geschwindner

Die entscheidende Begegnung mit Holger Geschwindner

Alles begann im April 1993 in einer kleinen Sporthalle in Schweinfurt. Damals 14-jähriger Dirk Nowitzki spielte mit der B-Jugend der DJK Würzburg. Holger Geschwindner, Ex-Nationalmannschaftskapitän und Spielertrainer der Regionalliga-Mannschaft der DJK Eggolsheim, beobachtete das Spiel und erkannte Nowitzkis Potenzial. Er bot ihm Einzeltraining an.

Nach anfänglichem Zögern sprach Geschwindner mit Nowitzkis Eltern, Helga (ehemalige Basketball-Nationalspielerin) und Jörg (Zweitliga-Handballer). Eine dreimonatige Probezeit wurde vereinbart, in der Geschwindner zweimal pro Woche von Bamberg nach Würzburg fuhr, um Nowitzki zu trainieren. Geschwindner sagte verheißungsvoll: "Wenn Dirk der beste Basketballer Deutschlands werden soll, brauchen Sie mich nicht. Das wird er auch alleine. Aber wenn er einer der Besten auf der Welt werden will, dann müssen wir ab jetzt jeden Tag trainieren."

Geschwindner wurde Nowitzkis Mentor und brachte ihm nicht nur basketballerisches Rüstzeug bei, sondern unterstützte ihn auch in seiner Persönlichkeitsentwicklung. Er gab ihm Bücher wie „Taifun“ von Joseph Conrad zum Lesen, um ihm zu helfen, mit Widerständen umzugehen. Geschwindner wurde zu Nowitzkis Mr. Miyagi.

Jahrelang verbrachten die beiden ihre Sommer in der Halle, um Nowitzki zu einem kompletten Spieler zu formen. Oftmals war die Schulturnhalle in Rattelsdorf der Treffpunkt, wobei der Hallenschlüssel beim Bäcker um die Ecke hinterlegt war. Nowitzki nahm sich gerne eine Quarktasche mit auf den Heimweg nach Würzburg.