Dingerts geständnis: diaz-platzverweis war eine fehlentscheidung
Die Partie zwischen dem FC Bayern und Bayer Leverkusen hatte es in sich – und am Ende stand Schiedsrichter Christian Dingert mit einem Geständnis da: Der Platzverweis gegen Luis Diaz war ein Irrtum.
Die Szene war schnell geschehen. In der 84. Minute ging Diaz im Leverkusener Strafraum zu Boden, Dingert ahnte eine Schwalbe, Diaz sah Gelb-Rot. Doch die Bilder zeigten: Es gab durchaus Kontakt durch Keeper Janis Blaswich.
Dingert räumt fehler ein: „ich würde die karte nicht mehr geben“
„Den anschließenden Kontakt habe ich aus dem Spiel heraus nicht gesehen“, sagte Dingert nach dem Spiel. „Im Endeffekt ist es kein Elfmeter, weil vorher der Kontakt gesucht wurde. Aber die Gelb-Rote Karte war zu hart.“ Mit einem klaren Bekenntnis: „Ich würde sie jetzt mit den Bildern nicht mehr geben.“
Diaz war bereits vorher wegen eines hohen Beins verwarnt worden, nun also der vorzeitige Abgang. Die Bayern mussten in doppelter Unterzahl spielen, Nicolas Jackson war zuvor schon mit Rot vom Platz gestellt worden.

Var blieb stumm – regellicke schuld
Ein Eingreifen des Video-Assistenten war laut aktueller Regel nicht möglich. „Der VAR kann in dem Moment da nicht eingreifen. Das soll ab Sommer kommen“, erklärte Dingert. Für die Bayern kam diese Regelungslücke zur Unzeit.
Die Folgen: ein 1:1, ein Punktverlust im Titelkampf und ein Donnerwetter von Uli Hoeneß. Der Ehrenpräsident wetterte gegen die „schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams“, die er je gesehen habe.
Dingert ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. „Man kann sich manchmal die Szenen nicht aussuchen“, sagte er nuchtern. „Dann steht man, ob man will oder nicht, im Mittelpunkt.“
