Dimarco jagt papu-rekord: 15 assists, ein spiel fehlt noch

Federico Dimarco hat die Kurve gekriegt – und wie. Mit der Vorlage zum 2:0 gegen Thuram gegen Cremonese schraubte der Inter-Linksverteidiger seine Bilanz auf 15 Scorerpässe in dieser Serie-A-Saison. Nur ein Assist trennt ihn von Alejandro „Papu“ Gómez und dem ewigen Ligarekord aus dem Jahr 2019/20.

Der mann, der aus der abwehr heraus flügelstürmer spielt

Trainer Simone Inzaghi bezeichnet ihn gern als „externer Spielmacher“. Die Zahlen geben ihm recht: Kein Verteidiger erzeugte mehr Torschüsse, keine Flanke wurde häufiger abgegeben, keine „big chances“ häufiger eingeleitet. Zwischen dem 23. Januar und 21. Februar lieferte Dimarco in fünf Partien acht Assists und schoss selbst ein Tor – ein Bollwerk, das plötzlich Tormaschine ist.

Die Liste der Leidtragenden liest sich wie das Who-is-Who der Liga: Cagliari, Como, Lazio, Lecce, dreimal Sassuolo (im 5:0 von Reggio Emilia), Bologna, Cremonese und Juventus. Dabei jagt der 27-Jährige nicht einfach Statistiken, sondern den zweiten Meistertitel in Folge – und seinen persönlichen Zenit.

Chivus heimlicher plan hinter dem aufschwung

Chivus heimlicher plan hinter dem aufschwung

Der Wendepunkt kam, als Cristian Chivu die Co-Trainer-Position übernahm. Nach einer Champions-League-Finale-Saison voller Fehler und verletzungsbedingter Rückschläge arbeitete der Rumäne mit Dimarco an Laufmustern, Passwinkeln und vor allem an der Mentalität. Seitdem blieb „Dimash“ in 24 von 40 Pflichtspielen über 90 Minuten auf dem Rasen; in acht weiteren wurde er erst in der Schlussphase ausgewechselt. Chivus Kommentar: „Er glaubt wieder an jeden Ball.“

Die internen Daten des Klubs zeigen, dass Dimarco inzwischen 26 Torbeteiligungen (6 Tore, 20 Vorlagen) in allen Wettbewerben hat – Rekord für einen Defensivspieler seit 2004. Die letzten fünf Saisonspiele sind sein persönliches Finale: Schafft er den 16. Assist, würde er Papu Gómez aus der Statistikkeil herauslösen und sich allein auf den Thron setzen.

Nach der Partie gegen Cremonese führte er kurz das Gespräch mit Chivu, umarmte Thuram, stürmte zur Curva Nord und ließ „La capolista se ne va“ erschallen. Die Melodie ist angelegt auf Titel Nummer 21 – und auf einen Linksfuß, der Geschichte schreiben will. Fünf Spiele, ein Assist. Der Rekord wartet.