Dhfk leipzig: abstiegskampf und abschied im visier

Die Luft in Leipzig wird dünner. Der SC DHfK, aktuell Tabellenletzter der Handball-Bundesliga, steht am Donnerstag (19 Uhr, live bei Dyn) vor einem Endspiel gegen die MT Melsungen. Verliert man, ist der Abgrund so tief wie nie zuvor. Doch während die Spieler auf dem Feld um den Verbleib kämpfen, bereitet ein Leistungsträger bereits seinen Ausstieg vor – ein Wechsel, der weitreichende Folgen haben könnte.

Tschechischer rückraumspieler plant sprung nach wetzlar

Tschechischer rückraumspieler plant sprung nach wetzlar

Tomas Piroch, der 26-jährige tschechische Linkshänder, steht vor einem Wechsel zu Ligakonkurrent HSG Wetzlar. Sein Vertrag bei DHfK Leipzig ist an den Verbleib in der Bundesliga geknüpft und würde bei einem Abstieg zum 1. Juli 2026 ablösefrei enden. Wetzlar, der sich aktuell in einer deutlich komfortableren Tabellenposition befindet, hat bereits ein Vertragsangebot unterbreitet – ein Angebot, das Piroch offenbar ernsthaft in Erwägung zieht.

Die Situation wird noch komplizierter durch die Rolle von Jörn Ilper, einem bekannten Namen in der Handballszene. Ilper, der seit März 2024 Geschäftsführer des Bayerischen Handballverbands (BHV) ist, agiert offenbar als Berater von Piroch. „Für die Agentur wirke ich lediglich kommunikativ“, erklärte Ilper gegenüber Sport BILD, was die Doppelrolle zusätzlich verkompliziert. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese ungewöhnliche Konstellation auf die Verhandlungen auswirken wird.

Sollte DHfK doch noch das Wunder Klassenerhalt schaffen, stünde Trainer und Verein vor einer ungewöhnlichen Herausforderung: Drei Halbrechte – Piroch, Franz Semper und der neue Zugang Finn Schroven – würden den Kader bilden. Eine teure und potenziell unausgewogene Situation, die den finanziellen Spielraum des Vereins erheblich belasten würde. Die Entscheidung, ob Piroch bleibt oder geht, hängt nun maßgeblich vom Ausgang des Spiels gegen Melsungen ab.

Während Leipzig am Donnerstag um den Klassenerhalt kämpft, kann die HSG Wetzlar am Samstag (19 Uhr, live bei Dyn) gegen den HC Erlangen den nächsten wichtigen Schritt in Richtung Sicherheit machen. Der Kampf um die Liga ist eröffnet – und für den SC DHfK Leipzig könnte er bereits am Donnerstag enden.