Dfb-pokal-frauen: bayern zuhause, wolfsburg muss nach jena – das finale rückt näher

Kein Kracher, dafür ein Heimspiel: Der FC Bayern München darf im Halbfinale des DFB-Pokals auf eigenem Rasen den Titelverteidigen ausbauen, während der VfL Wolfsburg in Jena ran muss. Die Auslosung zog klare Linien – und eine alte Machtfrage wieder auf.

Bayern bekommt, was es will – fast

Die Münchnerinnen haben in dieser Saison nur eine echte Konstante: Sie gewinnen. 20 Pflichtspiele ohne Niederlage, 14 Punkte Vorsprung in der Liga, dazu ein 3:0 in Hamburg. Edna Imade, Franziska Kett und Natalia Padilla-Bidas erledigten den HSV binnen 88 Minuten. Die Belohnung folgt prompt: ein Heimspiel gegen die SGS Essen, Tabellenvorletzter, Pokerspielerin. Für Bayern ist das kein Los, es ist ein Termin mit dem Finale.

Die Essenerinnen selbst sorgten für den kleinen Paukenschlag des Viertelfinals. Ella Touon schoss Werder Bremen mit einem späten 1:0 raus – und zerstörte damit die letzte Hoffnung auf eine Wiederholung des Vorjahresfinales. Stattdessen droht nun das, was alle wollen: Bayern gegen Wolfsburg. Nur eben erst im Endspiel.

Wolfsburg nimmt die herausforderung jena mit

Wolfsburg nimmt die herausforderung jena mit

Die Wölfinnen wollten „alles außer Bayern“ – und bekamen Carl-Zeiss Jena. Klingt machbar, ist es aber nicht. Der VfL weiß: In der Liga ist die Meisterschaft gelaufen, der Pokal ist die letzte offene Tür. Ralf Kellermann, der scheidende Sportdirektor, formulierte es unmissverständlich: „Wir wollen natürlich ins Pokalfinale.“

Jena hat nichts zu verlieren, nur zu gewinnen. Die Thüringerinnen schlugen Sand 4:1, Olivia Alcaide traf dreimal innerhalb von 23 Minuten. 2010 stand Jena schon einmal im Finale – damals unter dem Namen USV, damals gegen Duisburg, damals mit 0:1 verloren. Die Geschichte ist kein Déjà-vu, sie ist ein Ansporn.

Die Wölfinnen selbst mussten gegen Eintracht Frankfurt zittern. 2183 Zuschauer, ein Tor von Svenja Huth, mehr nicht. Frankfurt wehrte sich, Wolfsburg wankte, aber nicht fiel. Nun folgt die nächste Reise – und mit ihr die Erkenntnis: Wer den Pokal will, muss auch außerhalb des Volkswagenlands siegen.

Termine, zahlen, fakten

Termine, zahlen, fakten

Am 4. und 6. April stehen die Halbfinals an, das Finale folgt am 14. Mai in Köln-Müngersdorf. Für Bayern wäre es die nächste Trophäe auf dem Weg zum Triple, für Wolfsburg die Rettung einer Saison, die in der Liga schon verloren scheint. Jena träumt vom großen Coup, Essen von der Sensation.

Die Karten sind verteilt, die Bühne steht. Wer jetzt noch zögert, fliegt raus. Der Pokal ist das letzte offene Fenster – und dahinter wartet bereits das Finale. Ohne Bayern oder Wolfsburg? Nur, wenn Jena oder Essen die Geschichtsbücher umschreiben. Sonst wird es wieder das Duell der Deutschen, das alte Gefühl, neu aufgelegt.