Dfb-frauen starten wm-jagd: dresdner feuer gegen slowenien

17.45 Uhr, Rudolf-Harbig-Stadion, Dresden. Der Ball rollt, und mit ihm die neue Ära von Christian Wück. Erstmals seit seinem Vertragsbis 2029 steht die DFB-Frauen-Auswahl vor Pflicht statt Luxus: WM-Quali gegen Slowenien, vier Siege, null Gegentore – die Statistik klingt nach Routine, doch das Spiel riecht nach Brandbeschleuniger.

Jella veit springt ins kalte wasser

Die 20-jährige Eintracht-Frankfurt-Verteidigerin ist dabei, weil drei Leistungsträger fehlen. Klara Bühl flog mit Muskelfaserriss raus, Selina Cerci und Sophia Kleinherne bleiben in der Reha. Carlotta Wamser und Vivien Endemann dürfen zurück, doch der Blick haftet an Veit. Ihre Debüt-Trikotnummer ist noch warm, ihre Aufgabe lautet: Linksverteidigung gegen die schnellen Einzelgängerinnen aus Ljubljana. Wer erinnert sich an Sara Agrez? Genau, die Slowenin schoss 2023 gegen Belgien zwei Tore. Die Lücke rechts außen könnte Dresdens Nacht werden.

ARD und sportschau.de übertragen live, Sport1 tickert. Aber Zahlen taugen nur als Tapete, wenn der Spielfluss nicht stimmt. Wück will „nahtlos an die spielerischen Leistungen des vergangenen Jahres anknüpfen“. Gemeint ist: Ballbesitz mit Zähnen, Gegenpressing mit Tempo, Tore statt Torchancen-Statistik. Denn das 4-0-Debakel gegen Island im letzten Test ist kein Schönheitsfehler mehr, sondern Mahnung.

Norwegen schon am samstag – und österreich lauert

Norwegen schon am samstag – und österreich lauert

Die Gruppe ist ein Pulverfass. Norwegen bringt Ada Hegerberg zurück, Österreich hat Laura Wienroither in Topform. Wer hier punktet, spart sich Druck im Oktober. Die deutsche Equipe reist mit 23 Spielerinnen, aber nur einer echten DNA: Titelkandidatin sein oder untergehen. Slowenien ist Stufe eins, nicht mehr. 90 Minuten, um das Selbstverständnis zu polieren. Fehlende Tore wären ein Versprechen auf laute Fragen.

Christian Wück lehnt sich lässig an die Seitenlinie, doch seine Geduld ist ein Sparbuch mit kurzer Laufzeit. Der Vertrag bis 2029 gibt Sicherheit, verlangt aber auch Rendite. Die Dresdner Luft liegt schwer über dem Platz, die Fans wollen keine Erklärungen, sondern Tore. Die Uhr tickt zur 17.45 Uhr – und mit jedem Tick wächst der Druck, der einst als „Selbstverständlich“ galt.