Dfb-elf: sané und raum zeigen, wie fankontakt geht – und geben kollegen eine ansage!
Die Vorfreude auf die WM in Deutschland bleibt verhalten. Während Rudi Völler beteuert, die Mannschaft sei „sehr wohl fannah“, zeigt die Realität ein anderes Bild. Ein kleiner Lichtblick: David Raum setzt ein Zeichen und erinnert seine Mitspieler daran, wie wichtig die Nähe zu den Fans ist – und wie einfach es sein kann.
Die enttäuschten gesichter vor dem trainingslager
Am Donnerstagnachmittag warteten nur neun Fans vor dem Basecamp der DFB-Elf in Herzogenaurach. Trikots, Schals, die Hoffnung auf ein Foto oder ein Autogramm. Doch das Team trainierte geschlossen hinter verschlossenen Türen. Schon am Mittwoch gab es ähnliche Szenen: Die Spieler fuhren an den Fans vorbei, die hinter den verdunkelten Vans standen – mit Ausnahme von Leroy Sané und David Raum, die sich kurz Zeit nahmen. Ein Verhalten, das Raum offenbar als selbstverständlich betrachtet.

Raums klare worte: „nationalspieler bist du immer“
Bei einer Medienrunde äußerte sich der Leipziger deutlich und gab seinen Kollegen indirekt eine Botschaft mit auf den Weg. „Für mich ist das gar nicht schwer“, erklärte Raum. „Es gab mal den Spruch: Nationalspieler bist du immer. Und man wirkt auch immer. Für mich war es wenig Aufwand, kurz anzuhalten und den drei, vier Kids Autogramme zu geben und Fotos zu machen. Für die Jungs große Bedeutung.“ Er betonte, dass es für ihn selbstverständlich sei, den Fans entgegenzukommen, denn die Begeisterung der Fans ist der Schlüssel zur WM-Euphorie.

Völler versucht, die diskussion zu beruhigen
DFB-Sportdirektor Rudi Völler hatte sich gewünscht, dass diese Diskussion gar nicht erst aufkommt. Er betonte zwar, dass das Team „viele Aktionen vor und nach dem Training“ biete, ließ aber durchblicken, dass das Thema intern aufgegriffen wird. Raum machte deutlich, dass es für die Stars so einfach sei, wie er selbst am Donnerstag zeigte.
Ein spiegel für die mannschaft
„Insgesamt sind wir eine Mannschaft, die sehr fannah ist“, versicherte Raum. „Das war keine große Absicht. Viele haben es vielleicht gar nicht mitbekommen oder gesehen. Eigentlich schauen wir schon darauf, dass wir stehen bleiben, vor allem für Kinder.“ Er erinnerte sich an seine eigene Zeit als kleiner Junge, der zu den „Großen“ aufgeschaut hat. „Deshalb ist das für mich selbstverständlich und freut mich, dass ich den kleinen Jungen eine Freude machen konnte“, so der Außenverteidiger mit einem Lächeln, während er anmerkte, dass der Junge sogar sein Trikot trug.
Öffentliche trainingseinheit in frankfurt
Nach dem Testspiel gegen Finnland am Sonntag in Mainz gibt es bereits in der kommenden Woche die Möglichkeit für die Fans, ihren Stars näher zu kommen: Am Montag ist eine öffentliche Trainingseinheit auf dem DFB-Campus in Frankfurt geplant. Doch die Wahrheit ist: Die DFB-Elf muss liefern – sowohl auf als auch neben dem Platz. Die kommenden Testspiele gegen Finnland und die USA sowie das Auftaktspiel gegen Curacao am 14. Juli werden zeigen, ob die Mannschaft die notwendige Euphorie entfachen kann. Die Bringschuld liegt klar bei den Spielern.
Die Fans haben gesprochen, die Spieler müssen handeln. Die WM-Vorbereitung ist mehr als nur Training – sie ist eine Chance, eine Nation zu begeistern.
