Dfb zerreißt die regionalliga-krise: jetzt stehen zwei pläne auf dem tisch
Endlich tut sich was
. Nach Jahren des Geredes hat der DFB zwei konkrete Modelle zur Reform der Regionalligen auf den Tisch gelegt – und beide machen den nervtötenden Aufstiegszirkus Geschichte.Seit Mittwochabend liegt das Papier der 13-köpfigen Arbeitsgruppe um Ex-DOSB-Chef Michael Vesper vor. Kernpunkt: künftig steigen alle fünf Staffelmeister direkt in die 3. Liga auf. Keine Relegation gegen den Drittletzten mehr, keine Los-Glücksspiele, keine Saison, in der der Nord- oder Bayern-Sieger leer ausgeht. Die Lösung nennt sich viergleisige Struktur – und sie kommt in zwei Geschmacksrichtungen.
Kompass-modell oder regionen-modell – das ist hier die frage
Variante eins ist das sogenannte Kompassmodell. Klingt nach Orientierungskurs, ist aber ein jährlicher Neuanstrich der Landkarte. Die Staffeln würden sich jede Saison neu nach geografischen Gesichtspunkten zusammenschustern – mal kriegt der Westen zwei Gruppen, mal der Süden. Für Klubs mit knappen Budgets ein Horror, weil Reisekosten und Fan-Anreise permanent im Lotto-Modus laufen. Für die Ligaverantwortlichen ein Traum, weil sich die Staffelstärke ideal verteilt.
Variante zwei: das Regionenmodell. Hier bleibt viel beim Alten, aber eben nicht alles. Nord, Nordost und Bayern fusionieren zu zwei Super-Staffeln, West und Südwest behalten ihre Ligen. Die Folge: weniger Spielklassen, dafür dickere Staffeln – aber eben auch mehr Derbys, mehr Stadien mit Pulle statt Leere. Der DFB wird jetzt bei den 93 Regionalliga-Vereinen ein Meinungsbild einholen. Danach entscheidet die Präsidentenkonferenz, voraussichtlich im Juni.

2028/29 Könnte alles anders sein
Die Saison 2027/28 gilt schon jetzt als Qualifikationsrunde. Wer dann oben mitspielt, bestimmt mit, wer künftig oben bleibt. Die Zeit drängt: Noch zweimal müssen die Klubchefs ihre Stimmen abgeben, noch einmal tagt der Vorstand, bevor das neue Regelwerk in trockenen Tüchern ist.
Michael Vesper betonte nach der Präsentation, man habe „konkrete Lösungsvorschläge“ geliefert, „mit denen die zuständigen Gremien arbeiten können“. Klingt bürokratisch, ist aber ein Seitenhieb auf alle, die jahrelang nur geredet haben. Jetzt liegt der Ball bei den Vereinen – und die wissen: Wer schweigt, spielt künftig vielleicht in einer Staffel, die 600 Kilometer entfernt liegt. Die Meinungsbildung läuft, die Uhr tickt. 2028/29 ist keine Science-Fiction mehr, sondern die Saison, in der die Regionalliga endlich fair wird – oder endgültig zerbricht.
