Dfb verliert kontrolle: nada übernimmt anti-doping ab 2027

Ein Erdbeben im deutschen Fußball: Ab dem 1. Januar 2027 wird die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) die Verantwortung für Dopingkontrollen, Ergebnismanagement und Sanktionen vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) übernehmen. Eine Konsequenz des verschärften Welt-Anti-Doping-Codes, die den DFB faktisch enteignet.

Ende der selbstjustiz im fußballverband

Bisher hatte der DFB selbstständig Dopingverstöße innerhalb des Verbandes verfolgt und geahndet. Doch die neue Regelung, die nach einer dreijährigen Konsultationsphase im Dezember 2025 verabschiedet wurde, zwingt den DFB zur Kooperation mit der NADA. „Das Regelwerk ließ in den vergangenen Jahren eine Wahlfreiheit, ob man es selber macht oder nicht. Diese Wahlfreiheit gibt es jetzt nicht mehr“, erklärte NADA-Vorstandsvorsitzender Lars Mortsiefer bei der Jahrespressekonferenz in Berlin.

Der DFB, so Mortsiefer, habe sich „committed“, doch konkrete Verträge stehen noch aus. Die Entscheidung resultiert aus dem neuen Welt-Anti-Doping-Code, der die Verantwortung der Anti-Doping-Organisationen auf nationaler Ebene deutlich erweitert. Es bleibt abzuwarten, wie diese Umstrukturierung die zukünftige Anti-Doping-Arbeit im deutschen Fußball beeinflussen wird.

Fall freigang: nada prüft drei „strikes“

Fall freigang: nada prüft drei „strikes“

Der Wechsel zur NADA kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da der Fall der deutschen Nationalspielerin Laura Freigang für Schlagzeilen sorgt. Die NADA hat bestätigt, dass Freigang innerhalb von zwölf Monaten drei „Strikes“ – Kontrollversäumnisse oder Meldepflichtverletzungen – zugeordnet wurden. Ein möglicher Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen, der nun von der NADA geprüft wird. Die Strafe könnte eine Sperre von bis zu zwei Jahren zur Folge haben.

Freigang selbst bestreitet die Vorwürfe und spricht von „Missverständnissen“. Die NADA wies die Einwände zurück und betonte, dass alle Versäumnisse akribisch geprüft worden seien. „Aus unserer Sicht stehen diese drei Versäumnisse als Fakt fest“, so Mortsiefer.

Der Fall Freigang verdeutlicht die Dringlichkeit des Übergangs zur NADA. Ab 2027 werden Disziplinarverfahren im Falle von Dopingverstößen nicht mehr vom DFB, sondern direkt von der NADA durchgeführt. Das bedeutet eine deutliche Verlagerung der Macht und eine stärkere externe Kontrolle im deutschen Fußball.

Die Satzungsänderungen, die den neuen Rahmen schaffen sollen, werden voraussichtlich im Herbst dieses Jahres verabschiedet. Es bleibt zu hoffen, dass der Übergang reibungslos verläuft und die Glaubwürdigkeit des deutschen Fußballs nicht weiter untergraben wird. Die Entscheidung des DFB, die Kontrolle an die NADA abzugeben, ist ein Zeichen dafür, dass die Zeiten der Selbstjustiz im deutschen Fußball endgültig vorbei sind.