Deutschland-schock: kimmich am rande des ausbruchs nach wm-fiasko

Ein weiteres Kapitel in der traurigen Geschichte des deutschen Fußballs wurde geschrieben: Im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft gegen Paraguay scheiterte das DFB-Team erneut. Das Elfmeterschießen entschied die Partie, doch die eigentliche Enttäuschung offenbarte sich in den Katakomben des Stadions, wie ARD-Sportschau-Moderator Alexander Schlüter berichtet.

Die stille nach dem sturm: ein beunruhigendes bild

Schlüter, der aus Winston-Salem berichtete, schilderte ein Szenario, das weit über die übliche Frustration nach einer Niederlage hinausging. Während er die Katakomben durchquerte, fiel ihm eine erschreckende Leere auf. „Ich hätte mich überraschen lassen: Tränen, Wut, Schreien. Aber das war halt nicht da, sondern einfach nur eine Leere“, so der Moderator. Diese Leere spiegelte sich offenbar auch auf dem Platz wider, wo das deutsche Team an Leichtigkeit und Selbstvertrauen mangelte.

Joshua Kimmich hingegen präsentierte sich als einziger Spieler sichtlich aufgelöst. „Ich will ganz ehrlich sein: Ich habe mich dabei erwischt, mich einmal zu fragen, ob da nicht noch mehr sein müsste“, gestand Schlüter. Der Nationalspieler schien kurz vor einem emotionalen Ausbruch zu stehen, während der Rest der Mannschaft eine bemerkenswerte Distanz zum Geschehen bewahrte.

Verkopfte jungs und fehlendes selbstverständnis

Verkopfte jungs und fehlendes selbstverständnis

Schlüter ortete die Ursache für das frühe Aus in einer fehlenden Leichtigkeit und einem fehlenden Selbstverständnis. „Ich habe gestern endgültig das Gefühl bekommen, dass diese Mannschaft verkopft ist“, so der Moderator. Besonders die jungen Spieler hätten diesen Eindruck verstärkt. Aleks Pavlović zeigte eine schwache Weltmeisterschaft, und auch Nathaniel Brown, der zuvor hochgelobt wurde, wirkte verunsichert. Es schien, als ob die Spieler ständig auf die Anweisungen des Trainers warteten, anstatt eigenständig zu agieren.

Die Frage, die Schlüter dabei in den Sinn kam, war drängend: „Man hatte, ich will es nicht überinterpretieren, aber man hatte bei vielen von den Jungs immer wieder das Gefühl, sie bekommen den Ball und überlegen: Was würde der Trainer mir jetzt befehlen?“ Diese Denkweise erstickte die Kreativität und die Spontaneität, die notwendig gewesen wären, um die Paraguayer zu überwinden. Die Mannschaft agierte zu berechnend, zu wenig freudvoll.

Die Leere, die Schlüter in den Katakomben beobachtete, war somit ein Spiegelbild der fehlenden Leidenschaft und des fehlenden Mutes auf dem Platz. Ein weiteres WM-Kapitel, das zeigt, dass der deutsche Fußball derzeit eine schmerzhafte Standortbestimmung benötigt. Die Zukunft wird zeigen, ob aus dieser Ernüchterung die notwendigen Schlüsse gezogen werden können, um die deutsche Nationalmannschaft wieder zu ihrer früheren Stärke zurückzuführen.